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Franzenbrunnen: Naturschützer fühlen sich durch Comic-Eidechse provoziert

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt Saarbrücken angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt Saarbrücken angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.



Alt-Saarbrücken. „Verschärfte Bebauung“ nannte Matthias Westermann, der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Franzenbrunnen, am Dienstag das, was sich im neuen Wohngebiet tut. Sogar das „Grüne T“, das in den ursprünglichen Plänen noch zu sehen war, sei auf dem aktuellen Entwurf fast verschwunden, sagt Westermann. Das „Grüne T“ sollte ein Stück Grünfläche des Franzenbrunnens zwischen den mittlerweile 296 geplanten Häusern und Wohnungen erhalten. Doch ein Plakat ist für die BI zum Ärgernis ersten Ranges geworden. Hier sei die Stadt nun endgültig zu weit gegangen.

Das Plakat soll die Vorfreude auf die neue Kindertagesstätte wecken. Ein Detail ärgert die Initiative: Die Kinder darauf spielen nicht mit einem Hasen oder einem Igel, sondern mit einer Eidechse. Ausgerechnet um die Zauneidechse ging es in der Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der BI gegen den Kita-Bau am Franzenbrunnen und für den Schutz der Reptilien. Doch das Vorhaben ließ sich auf diesem Weg nicht stoppen. Die Eidechse auf dem Plakat markiert nun für Westermann eine Stufe, die nicht hätte erreicht werden dürfen. Die Initiative fühle sich von der Stadt verhöhnt. Stadt-Pressesprecher Thomas Blug kann das nicht nachvollziehen: „Die Eidechse ist natürlich ein Sinnbild für den Streit.

Aber das sollte keine Provokation sein. Nach der Debatte um die Eidechse, die sehr verbissen geführt wurde, sollte das Plakat ein Versuch sein, auf fröhliche und humorvolle Weise Lust auf die Baustelle zu machen. Am Franzenbrunnen wurde nicht nur das Wohl der Kinder, sondern auch der Artenschutz berücksichtigt.“ Dass das Wohl der Tierarten berücksichtigt wird, findet Godehard Grünewald, BUND-Vorstandsmitglied und Gegner der Baupläne, nicht. Er erinnerte am Dienstag an die 42 Vogelarten und zehn Fledermausarten, die am Franzenbrunnen zu Hause seien. Außerdem sei wegen der nach wie vor sinkenden Einwohnerzahl eine neue Siedlungsfläche in Saarbrücken sinnlos, solange an anderen Stellen nicht entsiedelt werde.

Die Stadt sollte dies eher als Chance sehen, ökologisch neue Wege zu gehen und innerstädtische Grünflächen zu schaffen. Auch Olaf Kühne schloss sich dieser Meinung an. Er forderte, die Stadt solle ein Leerstandsmanagement betreiben und innerstädtische Baulücken schließen, anstatt den Franzenbrunnen zu bebauen. Dieser sei nämlich auch gerade deswegen wichtig, weil er ein Kaltluftentstehungsgebiet ist, das enorm wichtig für das ganze Stadtklima und sogar den Kaltlufttransport nach Völklingen und Burbach sei. Kühne machte seine Zweifel an den Klimagutachten der Stadt laut, meinte jedoch auch, dass er keine Beweise habe. Die Initiative strebt deshalb neue Messungen an.


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