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Französische Jäger schießen auf Singvögel im Grenzgebiet

Auch auf Amseln werde in Waldwisse geschossen, sagt Ortsvorsteher Rolf Klein. Foto: dpa</p>

Auch auf Amseln werde in Waldwisse geschossen, sagt Ortsvorsteher Rolf Klein. Foto: dpa

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr muss furchtbar gewesen sein: Fast täglich habe man Schüsse gehört, erzählt Rolf Klein, Ortsvorsteher von Biringen, einem Ortsteil von Rehlingen-Siersburg. Hinter der nahe gelegenen Grenze im lothringischen Waldwisse gehen dortige Pächter auf Singvogeljagd. Biringen hingegen zähle zu einem EU-Vogelschutzgebiet.

In Deutschland ist die Jagd auf Singvögel verboten, betont die Vereinigung der Jäger des Saarlandes. In Frankreich hingegen sei sie erlaubt.

Seit etwa zwei Jahren sei die Belästigung durch die Singvogeljagd in Biringen extrem, klagt Klein, der auch Mitglied im Naturschutzbund Nabu ist. Geschossen werde auf rastende Vögel, aber auch auf solche, die das Gebiet überflögen. Besonders betroffen seien unter anderem mehrere Drosselarten, darunter auch Amseln. In Frankreich sei die Singvogeljagd zwar mit einigen Ausnahmen erlaubt, aber eine richtige Kontrolle gebe es scheinbar nicht. Er selbst habe schon beobachtet, wie auf Arten geschossen worden sei, die auch in Frankreich geschützt seien, berichtet Klein.

Außerdem liege das Jagdgebiet am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes. Dort würde bedrohten Arten, wie zum Beispiel dem Goldregenpfeifer, Rastmöglichkeiten geboten. In Frankreich hingegen stünden die vom Aussterben bedrohten Goldregenpfeifer auf der Abschussliste, kritisiert der Ortsvorsteher. Neben dem mangelnden Naturschutz sei auch die Lärmbelästigung ein großes Problem. Die im Schutzgebiet lebenden Tiere würden gestört und auch die Haustiere würden unter dem Krach leiden. Die Schussgeräusche brächten zum Beispiel die Hunde im Ort völlig durcheinander, berichtet Klein. Außerdem würden sich auch die Biringer belästigt fühlen. Auch bestehe seiner Ansicht nach ein Sicherheitsproblem, denn die französischen Jäger schössen auch bei dichtem Nebel und direkt neben bewohnten Grundstücken. Seine Beschwerde beim Waldwisser Bürgermeister habe keine Besserung gebracht, berichtete Klein.

Die Pressesprecherin des saarländischen Umweltministeriums teilte auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit, Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ) werde die französische Generalkonsulin und den Präfekten auf den Sachverhalt hinweisen und sie bitten, dafür Sorge zu tragen, dass der Vogelschutz grenzüberschreitend beachtet werde.

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