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Frauen sollen mitbestimmen

"Deshalb haben wir uns vorgenommen, Frauen in die Lage zu versetzen, die richtigen Entscheidungen zu treffen", sagt Weiland. Sie und ihre Kolleginnen aus den anderen Kreisen des Saarlandes sowie die Landesarbeitsgemeinschaft haben jetzt die Broschüre "Frauen - Stimmen - Entscheiden" aufgelegt. Darin sind frauenspezifische Themen aufgegriffen, beispielsweise im Hinblick auf den Beruf, auf geschlechtergerechte Jugendpolitik, Gesundheitspolitik oder Gewalt gegen Frauen.

Frauen sollen aber nicht nur Hilfe beim Wählen bekommen, sondern sich auch selbst zur Wahl stellen. "Wir wollen ins Bewusstsein rücken, dass sie wichtig sind für die Gesellschaft", sagt Weiland. Zwar, so erzählt sie, leisteten Frauen etwa eine Stunde am Tag mehr ehrenamtliche Arbeit als Männer, jedoch "dort, wo gearbeitet wird, und nicht im Vorstand". Das liege einerseits an den Umständen. Wenn abends Gemeinderatssitzung ist, wer kümmert sich dann um die Kinder? "Der Mann geht trotzdem in seinen Verein", sagt Weiland. Und werde er in den Gemeinderat gewählt, finde er auch dafür die Zeit. "Aufgaben werden schnell und einfach denen zugeschoben, die sich verantwortlich fühlen." Und das seien im sozialen und familiären Bereich meistens die Frauen.

Andererseits liege es aber auch daran, dass sich Frauen zu wenig zutrauen. Deshalb "wollen wir Frauen fortbilden, um ihnen Kompetenz für Führungspositionen zu vermitteln". Denn nicht nur in der Politik, auch im Berufsleben gebe es immer noch weniger Frauen als Männer an der Spitze. Da sehe es im Landkreis St. Wendel nicht besser oder schlechter aus als bundesweit. Gleiches gelte für das Rollenbild. "Schon im Kindergarten bekommt man mit, dass es unschick ist, als Mann etwas mit Erziehung zu tun zu haben." So sei es kein Wunder, dass Mädchen noch immer Krankenschwester, Jungs hingegen Mechatroniker werden wollen - und nicht umgekehrt. Das stellt Weiland immer wieder fest, wenn sie Schüler nach ihren Berufswünschen fragt. Allerdings sieht sie ein Licht am Ende des Tunnels: "Ich merke, dass sich das so langsam bessert."

Ihre Frage: Was muss ich tun, um Arbeit zu finden? Sie ermutigt Weiland, sich fortzubilden und umzusteigen. Von der Politik und den Geschäftsleuten erwartet sie, familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen. Weiland nennt ein Beispiel: "Im Landkreis St. Wendel gibt es keinen einzigen Betriebskindergarten." Und noch etwas müsste die Politik endlich angehen: "Dass Frauen im gleichen Beruf nicht weniger verdienen als Männer."

Die Frauenbeauftragte Ursula Weiland ist an diesem Sonntag, 8. März, mit einem Info-Stand am St. Wendeler Schlossplatz präsent. Bei alkoholfreien Cocktails will sie mit Frauen ins Gespräch kommen.

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