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Frauenschwimmen: Ansturm und NPD-Protest

Das Alsbachbad in Altenkessel: Zum ersten Frauenschwimmen am Samstag (24.09.2011) war es verhängt, die NPD protestierte vor dem Gebäude.

Das Alsbachbad in Altenkessel: Zum ersten Frauenschwimmen am Samstag (24.09.2011) war es verhängt, die NPD protestierte vor dem Gebäude.

Altenkessel. Bereits die Anreise zum Schwimmbad in Altenkessel war am vergangenen Samstagnachmittag alles andere als einfach. Parkplätze und Straßen waren komplett zugeparkt. Frauen und Kinder mit Badetaschen in den Händen kamen, so schien es, aus allen Richtungen. Und es waren nicht nur Musliminnen. Die Einladung zum ersten Frauenschwimmen in der Landeshauptstadt „richtet sich nicht speziell an Frauen aus anderen Kulturen, sondern an alle Frauen aus Saarbrücken und Umgebung“, erklärte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD).

Sichtschutz von vielen falsch interpretiert

Von 15 bis 18 Uhr durften ausschließlich Frauen das Schwimmbad in Altenkessel nutzen. Etwa 50 Menschen standen bereits gegen 14.30 Uhr vor dem Eingang, sahen, wie sich die Oberbürgermeisterin vor Fernsehkameras erklären musste. Aber auch, wie zwölf Mitglieder der NPD auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit Deutschlandund NPD-Flaggen standen und ihren Protest gegen das Frauenschwimmen bekundeten. Ein Sichtschutz um das Schwimmbad sollte garantieren, dass Männer keinen Einblick in das Schwimmbad bekommen. „Es ist ein Frauenschwimmen für alle Frauen. Die Geschichte mit dem Sichtschutz wurde von vielen falsch interpretiert. Beim nächsten Mal wird es keinen Sichtschutz geben“, sagte Charlotte Britz. Einen Sichtschutz, der 500 Euro gekostet hat. „Wir werden für den Sichtschutz eine andere Verwendung finden. Wenn es sein muss, bezahle ich die 500 Euro selbst“, sagte Britz.

NPD-Anhänger mit Deutschland- Fahnen

Gegen 15 Uhr wurde die Menschentraube vor dem Schwimmbad immer größer. Es dürfte ein seltsames Gefühl gerade für die muslimischen Frauen gewesen sein, als sie sich den Weg zwischen NPD-Anhängern mit Deutschland- Fahnen auf der einen Seite und Kameras auf der anderen Seiten bahnen mussten. „Ich habe keine Angst. Ich möchte mit meinem Kind einfach nur schwimmen gehen. Warum hier so viel passiert, verstehe ich nicht“, sagte eine Völklingerin.

Als die NPD-Anhänger gegen 15 Uhr wieder gingen und sich die Reihen vor dem Schwimmbadeingang lichteten, platzte das Bad aus allen Nähten. Während sonst etwa 30 Besucher ins Altenkesseler Schwimmbad kommen, waren es am Samstag mehr als 250 Frauen. Bereits vor 17 Uhr mussten die Kassen geschlossen werden.

Drinnen, wo es wegen des Sichtschutzes etwas dunkler war als sonst, gab es ein großes Gedränge. Sowohl im Wasser als auch außerhalb. Besucher äußerten die Vermutung, dass sich die Befürworterinnen des Frauenschwimmens organisiert haben könnten, um Präsenz zu zeigen. Ansonsten war es ein gewöhnlicher Schwimmnachmittag: Die Frauen stiegen entweder ins Becken oder setzten sich an den Rand und plauderten. Ein Burkini, ein Ganzkörperbadeanzug, war übrigens nicht zu sehen. Die Frauen trugen Badeanzüge.

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