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Freiheitsberaubung und Körperverletzung im Dienst: Saar-Kommissar droht mehrjährige Haftstrafe

. Weil er einen wehrlosen Rumänen im Dienst misshandelt und gefoltert sowie seine durchgeladene Waffe auf den polizeibekannten Mann gerichtet haben soll, muss sich ein 30 Jahre alter Polizeikommissar demnächst vor dem Schöffengericht am Saarbrücker Amtsgericht verantworten. Zudem soll er bei einer Verkehrskontrolle zwei Männer geschlagen und misshandelt haben. Dem vom Dienst suspendierten Beamten der bis Februar 2014 auf der Saarbrücker Inspektion „St. Johann“ (Karcher Straße) eingesetzt war, droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Presse-Staatsanwalt Christoph Rebmann bestätigte gestern auf Anfrage Informationen unserer Zeitung, wonach gegen den Beamten aus Saarlouis Anklage wegen „gefährlicher Körperverletzung im Amt“ in Tateinheit mit Verfolgung Unschuldiger sowie Bedrohung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung erhoben wurde. Sein fünf Jahre jüngerer Kollege, der mit ihm auf Streife war, muss ebenfalls auf die Anklagebank. Ihm wird „ Körperverletzung durch Unterlassen“ vorgeworfen, weil er bei den brutalen Übergriffen des Kommissars auf den Rumänen nicht eingeschritten sei. Der in eine andere Dienststelle versetzte Beamte hat bei der Aufklärung des Falles aktiv mitgewirkt und ist, wie es heißt, zumindest teilweise geständig. Der Hauptangeklagte bestreitet die Vorwürfe im Wesentlichen.

Schwerpunkt der Anklage sind die Vorfälle, die sich am Sonntag, 9. Februar 2014, ereigneten. Gegen 7.45 Uhr kontrollierte die Streife auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Saarbrücker Mainzer Straße zwei Freunde aus Idar-Oberstein in einem BMW . Dem 30-Jährigen werden „polizeirechtlich nicht zu rechtfertigende körperliche Übergriffe“ vorgeworfen. Er soll einen Mann aus dem Auto gezerrt, gefesselt und auf den Boden geworfen haben. Dessen Begleiter wurde mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. In der Dienststelle kam es anschließend angeblich zu weiteren Gewalttaten.

Nur eine Stunde später wurde die Streife zu einer Discothek am Saarbrücker Ludwigskreisel gerufen. Ein polizeibekannter Rumäne randalierte dort, weil er seine Jacke nicht zurück bekommen hatte. Die Beamten wollten ihn ins Polizeigewahrsam bringen, waren dann aber bereit, ihn zu einem Bekannten nach Fechingen zu fahren. Die Adresse wurde aber nicht gefunden. Daraufhin fuhren die Polizisten mit ihrem späteren Opfer in einen vom Talweg in den Wald führenden Feldweg. Dort kam es, so die Anklage, zu den brutalen Übergriffen. Dem gefesselten Mann wurde demnach eine Dose Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Er wurde getreten, geschlagen und mit der Waffe bedroht. Die Rede war sogar von einer „Schein-Erschießung“. Das Opfer konnte sich später an die Straße schleppen. Ein Anwohner alarmierte Rettungswagen und Polizei . Die Sanitäter erstatteten später zusätzlich Strafanzeige.

Gewalttätig war der Kommissar offenbar bereits im März 2013 gegen seine Ex-Freundin worden. Auch dieser Fall wird in der Anklage aufgelistet. Weitere Ermittlungen gegen ihn laufen noch. Dabei geht es um gefälschte Rezepte, mit denen er sich wohl Aufputschmittel besorgen wollte. Eingestellt wurden die Ermittlungen gegen einen seiner Vorgesetzten.
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