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Freisener Firma will 140 Mitarbeiter entlassen

Freisen. Kurz vor den 14-tägigen Betriebsferien gibt es schlechte Nachrichten für die 420 Beschäftigten der Industriewerke Saar (IWS) in Freisen-Schwarzerden: 140 von ihnen sollen in absehbarer Zeit ihre Arbeit verlieren. Das wäre ein Drittel der Belegschaft. Diese Zahlen nannte Jörg Caspar, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle in Neunkirchen.
 
Norbert Andres, Geschäftsführer des zum Nürnberger Diehl-Konzern gehörenden Unternehmen, wollte sich gestern auf Nachfrage nicht konkret äußern, da noch Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen, auch am heutigen Freitag. Er bestätigte zumindest, dass wegen „Umsatzeinbußen im US-Geschäft Restrukturierungsmaßnahmen“ nötig seien. Darüber wurden die Mitarbeiter jüngst auf einer Belegschaftsversammlung informiert.

Eine Lösung vor den Betriebsferien, beispielsweise im Hinblick auf einen Sozialplan, den die IG Metall fordert, sei aber unwahrscheinlich, sagte Betriebsratsmitglied Werner Stoll. Zumal die Geschäftsleitung laut IG-Metall-Bevollmächtigtem Caspar es ablehne, bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit zu beantragen. Die Begründung: Es bestehe angeblich keine Aussicht auf Besserung der Auftragssituation, was eine Voraussetzung für die Genehmigung von Kurzarbeit ist. Caspar: „Was Betriebsrat und Beschäftigte aufregt, ist, dass das Unternehmen nicht bereit ist, Kurzarbeit zu machen. Wir können es rechtlich auch nicht dazu zwingen.“ Jetzt müsse zumindest ein Interessenausgleich her: „Erst danach darf gekündigt werden.“ Caspar schlägt zudem die Gründung einer Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft vor, „und zwar nicht nur für zwölf Monate, sondern länger“. Verhandlungsziel seien ebenso Abfindungen: „Im Durchschnitt sind die Beschäftigten schon 20 Jahre bei den IWS.“

Seit über 40 Jahren sind die IWS Partner der Bundeswehr und der US-Streitkräfte in Europa. Zehntausende gepanzerte und ungepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, Motoren, Turbinen und Getriebe sind in dieser Zeit repariert, gewartet oder überholt worden.

US-Aufträge laufen aus

Die IWS entwickeln und produzieren außerdem Tankfahrzeuge und so genannte Flugfeld-Dispenser, fahrbare Geräte, die das Auftanken von Flugzeugen ermöglichen. Die IWS sind inzwischen einer der größten zivilen Instandsetzer von gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeugen der Bundeswehr. Als European Service Center für die US-Army werden darüber hinaus auch für die amerikanischen Partner wichtige Fahrzeugteile instand gesetzt.

Doch eben diese US-Aufträge laufen nach Angaben der IG Metall im dritten Quartal aus. Es gebe keine Folgeaufträge der Amerikaner mehr, sagt Caspar. Das vor allem soll der Grund für die Entlassungen sein. „Und es trifft nicht nur die Jüngeren. Das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt zwischen 47 und 48 Jahren.“ Die IWS-Beschäftigten gehen in gedrückter Stimmung in Betriebsferien.Rainer Ulm  
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