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Freispruch für Unfallfahrer (32): Tod von Zweibrückens Ex-OB "nicht vermeidbar"



Zweibrücken. „Der Angeklagte ist von allen strafrechtlichen Vorwürfen uneingeschränkt freizusprechen“, lautete das Urteil von Richterin Gisela Frühauf- Franke im wieder aufgerollten Prozess um den Unfalltod des früheren Zweibrücker Oberbürgermeisters Werner von Blon. Der heute 32-jährige Unfallfahrer muss eine Ordnungsstrafe in Höhe von 500 Euro wegen vorsätzlichen Fahrens unter Drogen zahlen. Damit endete gestern sehr wahrscheinlich ein Verfahren durch mehrere Instanzen. Zumal nach den Worten von Staatsanwalt Felix Valentin „eine Revision nicht zu erwarten ist“. Und auch bei Verteidiger Matthias Weihrauch geht die Tendenz in Richtung „keine Revision“.

Schließlich sei es ein Freispruch „ohne Wenn und Aber“ für seinen Mandanten. In ihrer Begründung erinnerte die Richterin an den Unfall in den Abendstunden des 7. Februar 2009, als von Blon vom Angeklagten angefahren wurde. Der frühere Oberbürgermeister starb kurze Zeit später in der Uniklinik Homburg an den Folgen. „Es gibt keine Zeugen des Unfalls“, stellte Frühauf- Franke fest. Und die drei Sachverständigen hätten nicht eindeutig klären können, von welcher Seite von Blon zuletzt auf die Straße getreten sei. Deshalb sei der Fahrer aus „tatsächlichen Gründen freizusprechen“. Auch wenn klar sei, dass der Fahrer zu dem Zeitpunkt Methadon, Kokain, Morphium und Kodein im Blut hatte. Doch schon beim ersten Freispruch vor dem Amtsgericht im Mai 2010 wurde gesagt, dass der Unfall auch dann nicht zu vermeiden gewesen wäre, wenn der Angeklagte nicht unter Drogen gestanden hätte.

Das Landgericht sah das bei der Verurteilung zu acht Monaten Gefängnis im Oktober 2011 anders. Die Richterin sprach auch einen zweiten Aspekt an, auf den das Oberlandesgericht bei der Revision im Juli 2012 hingewiesen hatte (wir berichteten). Ein Autofahrer müsse nicht damit rechnen, dass ein Fußgänger weiter die Straße überquert, wenn sich ein Fahrzeug nährt. Ausnahmen gelten nur bei Kindern und gebrechlichen Personen. Wegen des Freispruchs fallen die Kosten des Verfahrens auch der Staatskasse zur Last. Die Ordnungswidrigkeit ist für die Richterin unstrittig. Als Konsument von Drogen kenne er die Wirkung. Deshalb sei es auch eine vorsätzliche Ordnungswidrigkeit. Wegen eines früheren Fahrverbots von mehreren Monaten wurde auf ein neues Verbot verzichtet.


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