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Freiwillige sollen Zivis ersetzen

Saarbrücken. Dass die Sicherheit des Landes gefährdet ist, wenn Mitte dieses Jahres die Wehrpflicht ausgesetzt, die Bundeswehr etwas kleiner und zur Freiwilligenarmee wird, glaubt kaum jemand. Verbreiteter ist die Befürchtung, dass das Fehlen der Zivildienstleistenden negativ auffallen könnte. Denn keine Wehrpflicht bedeutet auch: Es gibt keine Zivis mehr, die sich in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Einrichtungen engagieren. Kommen auf alte und Kranke Menschen also harte Zeiten zu?

Es gebe keinen Grund zur Sorge, sagt Edwin Pinkawa. Der Mann ist Manager des Klinikums Saarbrücken und sicher, dass er auf dem Winterberg auch ohne Zivis ganz gut auskommen wird. „Die Zivis haben eh’ an Bedeutung verloren“, sagt Edwin Pinkawa. Das liege daran, dass Zivis nur einen Teil ihrer Dienstzeit wirklich in der Klinik oder im Altenheim verbringen. Ziehe man den allgemeinen Zivi-Lehrgang und das Anlernen im Krankenhaus ab, dann verbleiben nur wenige Monate Zeit im direkten Umgang mit Patienten, rechnet Pinkawa vor.

Deshalb setze das Klinikum, das zurzeit noch etwa 25 Zivis beschäftigt, verstärkt auf das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Pinkawa ist optimistisch, dass das mit dem bewährten FSJ klappt. Den von der Bundesregierung neu gegründeten Freiwilligendienst betrachtet Pinkawa dagegen „mit einer gewissen Skepsis“. Das liegt daran, dass der Freiwilligendienst für alle Altersgruppen offen ist.

Es gehe aber „nicht darum, billige Arbeitskräfte zu haben“, sagt der Klinikmanager. Es gehe darum, junge Menschen neugierig auf Pflegeberufe zu machen, ihnen eine berufliche Perspektive aufzuzeigen. Ältere Menschen seien bereits jetzt im Krankenhaus ehrenamtlich aktiv – als „grüne Damen“, die Patienten besuchen, zum Beispiel.

Auch die Caritasklinik St. Theresia auf dem Rastpfuhl hat sich in ihrer Planung schon eine ganze Weile von den Zivildienstleistenden verabschiedet. Die kirchliche Klinik hat da ähnliche Erfahrungen wie die städtische: „Bis die ihre Lehrgänge besucht und ihren Urlaub gemacht haben, sind sie schon wieder weg“, weiß Direktionsassistentin Susanne Moll.
Auch die Caritas-Klinik setzt daher auf FSJ und Jahrespraktikanten. Die Arbeit zu verteilen, die bisher die Zivis erledigt haben, sei eine überschaubare organisatorische Aufgabe.

Das FSJ ist auch für Michael Theobald, den Pressesprecher der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, viel wichtiger als der Zivildienst. „Wir hatten zuletzt nur noch zwei bis drei Monate etwas von den Zivis, die bei uns gearbeitet haben. Das lohnt sich fast nicht“, sagt er.

Einen Nachteil habe es aber schon, dass der Zivildienst abgeschafft wird, findet Edwin Pinkawa. Für ein Freiwilliges Soziales Jahr bewerben sich fast nur junge Frauen. Durch den Zivildienst seien auch junge Männer mit sozialen Berufen konfrontiert worden. Und obwohl viele dieser jungen Männer den Dienst im Krankenhaus nicht mit Begeisterung angetreten, sondern ihn nur als kleineres Übel im Vergleich zur Bundeswehr gesehen haben, sind einige so positiv überrascht gewesen, dass sie aus dem Dienst einen Beruf gemacht haben.

 

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