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Freizeitpark Reden: Saarland baut Seilbahn jetzt selbst

Das Land hat den Erbpacht-Vertrag mit den Privatinvestoren für den Halden-Freizeitpark auf dem Ex-Gruben-Standort Reden gelöst. Nun investiert die Strukturholding Saar (SHS) selbst in das Projekt.

Das Land hat den Erbpacht-Vertrag mit den Privatinvestoren für den Halden-Freizeitpark auf dem Ex-Gruben-Standort Reden gelöst. Nun investiert die Strukturholding Saar (SHS) selbst in das Projekt.

Bereits im Herbst 2013 gab es Signale dafür, dass es so kommen würde, wie Ende Januar beschlossen: Das Land nimmt das Heft des Handelns in Reden wieder selbst in die Hand. Im Januar machte die Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft (SBB) von einer Aufkündigungsklausel im Erbbauvertrag mit der Ottweiler Investorengruppe Fun-Berg Saar Gebrauch. Grund: erhebliche zeitliche Verzögerungen bei der Realisierung des seit 2011 vielfach angekündigten Halden-Freizeitparks. Das hört sich nach Stress und Streit an. Doch die Vertragsauflösung erfolgte einvernehmlich, sagt Fun-Berg-Sprecher Frank Heckmann: „Es ist eine gute Lösung. Wir sind eine Last los.“ Zukünftig ist Fun-Berg also nicht mehr Erbpächter und Bauherr auf dem 24 000 Quadratmeter großen Haldengelände oberhalb des Gondwana- Prähistoriums, sondern nur mehr Mieter. Zunächst allerdings nur für das Areal, auf dem die von Fun-Berg gebaute und betriebene Almhütte steht – ein brummender Ausflugsort, obwohl sie nur zu Fuß oder umständlich mit Bus-Taxis erreichbar ist.

Das Land – die SBB innerhalb der Strukturholding Saar (SHS) – wird durch die Vertragsauflösung wieder zum Gelände-Eigentümer – und hält an den Fun-Berg Plänen für einen Halden- Freizeitpark fest. Der Bau der Halden-Metro, einer Seilbahn, wird demnächst ausgeschrieben, in einer zweiten Ausschreibung wird ein Betreiber gesucht. Dies teilte SHS-Pressechef Ludwin Vogel auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung mit. Es ist dies das Modell, das bereits mit dem Investor Matthias Michael Kuhl für die Erweiterung von Gondwana gefunden wurde: Die SHS baute, Kuhl mietete zurück und blieb Betreiber. Auch Fun-Berg hofft, die Halden-Metro später selbst übernehmen zu können. Schließlich war das ganze ihre Idee. Man werde sich bei der Ausschreibung bewerben, sagt Heckmann der SZ. In der Halden-Metro sieht er die unabdingbare Pilot-Investition für weiteres Wachstum. Fun-Berg plant seit langem, die Almhütte durch eine Toilettenanlage und eine Küche zu ergänzen. Dies werde aber erst erfolgen, so Heckmann, „wenn das Transportproblem gelöst ist“. Fun- Berg wolle dann auch am Gesamt- Freizeitpark-Konzept festhalten, samt Rutschenparadies und Sommerrodelbahn, sagt Heckmann. Die Kosten dafür waren von Fun-Berg auf vier Millionen Euro kalkuliert, davon 1,5 Mio. für die Halden-Metro. Letztere ist eigentlich eine Seilbahn und braucht eine EU-zertifizierte Zulassung. An diesem komplexen Verfahren sei Fun-Berg als Bauherr letztlich gescheitert, erklärt Heckmann. „Jetzt ist das Wirtschaftsministerium am Zug.“ Und unter Zeit- und Erfolgsdruck?

Seit 2011 wartet der Standort auf eine Belebung, der Gondwana- Investor Kuhl auf Mitstreiter. Immer wieder hatte die SBB auf Realisierung bis spätestens 2014 gedrungen. Nun muss sie sich selbst gehörig Dampf machen. Wobei man bei SBB offensichtlich nicht mehr davon ausgeht, dass die Halden-Metro noch in diesem Jahr fertig wird. Vogel nennt als Zeitspanne für die Ausschreibung (mit Vorlaufzeit) bis zu sechs Monate. Für die eigentliche Bauzeit hatte Fun-Berg Saar laut Vogel „vier bis sechs Monate“ eingeplant. Doch es sei fraglich, ob man bautechnisch die Fun-Berg-Variante überhaupt übernehmen könne – auch die Kosten seien deshalb schwer einschätzbar. Vogel nennt eine Summe „nicht unter einer Millionen Euro“ für realistisch und sagt: „Wir gehen davon aus, dass ein Start im Sommer 2015 möglich ist.“


MEINUNG

Nur nicht stehen bleiben

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Öffentliche Gelder in Höhe von 35 Millionen Euro sind in die Infrastruktur des „Zukunftsortes“ Reden geflossen. Eine atemberaubende Summe. Trotzdem ist es richtig, wenn sich das Land weiter dort engagiert. Alles andere hieße, auf halbem Weg stehen bleiben und Reden dann tatsächlich zu dem „Subventionsgrab“ zu machen, mit dem sich bis 2011 ein Untersuchungsausschuss befasste. Die dort viel gescholtene Industriekultur Saar GmbH hat auf dem Ex-Gruben-Areal zwar kein massentouristisches Angebot installiert, aber eine viel versprechende Basis-Infrastruktur für Naherholung geschaffen. Über 100 000 Menschen pro Jahr nehmen sie bereits jetzt als Ausflugsziel an. Der Ausbau zum Freizeitpark folgt daher einer geradezu unternehmerischen Logik. Dies gilt, auch wenn sich Privatinvestoren wie Fun-Berg oder Gondwana derzeit noch sehr schwer tun mit Reden.

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