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Freizeitpark Reden: So soll er werden

Auf der der Berghalde Reden soll ein Freizeitpark entstehen. Die Pläne dafür liegen vor.

Auf der der Berghalde Reden soll ein Freizeitpark entstehen. Die Pläne dafür liegen vor.

Landsweiler-Reden. Schweben über Reden: An einem Stahlseil soll man auf der 90 Meter hohen Bergehalde in Reden ins Tal rasen können. Die Seilrutsche oder „Zip-Rider“ ist eine der größten und teuersten Attraktionen, die die Firma Fun Berg Saar in dem geplanten Freizeitpark errichten will. Mit einer „Halden- Metro“ können bis zu 16 Besucher auf das Haldenplateau fahren. Dort soll ein 45 Meter hoher Aussichtsturm stehen. Vom Eingangsbereich hinter dem Gondwana- Park startet zudem die 1,3 Kilometer lange Allwetter-Rodelbahn. Am Fuß der Halde ist eine Rutschenanlage mit acht verschiedenen, bis zu 40 Meter langen Bahnen geplant, die teilweise durch Tunnel und Röhren führen. Für Kinder soll es Gelände geben, wo diese mit Miniquads fahren oder kleine Bagger ausprobieren können. Der Besuch der Halde selbst wird weiter kostenlos sein, bezahlt werden müssen nur einzelne Fahrten. Die jetzige Almhütte werde durch eine eine vielfach größere mit rund 500 Quadratmetern ersetzt. Angeboten werde bürgerliche Küche. Rund neun Millionen Euro soll der Freizeitpark kosten, wobei die Fun Berg Saar auf europäische Fördermittel hofft.

Hinter „Fun Berg Saar“ (FuN steht für Freizeit und Natur) stecken die Gebrüder Schneider, die in Ottweiler eine Firma für Baumaschinen betreiben sowie der Steinbacher Ortsvorsteher Frank Heckmann. Mindestens 120 000 Besucher müsste der Freizeitpark anziehen, um schwarze Zahlen zu schreiben, sagt Heckmann, bis zu 350 000 könnten es sein. 40 Arbeitsplätze würden geschaffen. Doch bevor der Freizeitpark gebaut werden darf, muss erst der Bebauungsplan abgesegnet werden, über den die Gemeinde Schiffweiler die Bürger kürzlich informiert hat. Dieser muss zunächst einen Monat lang öffentlich ausgelegt werden, bevor der Gemeinderat voraussichtlich im November die endgültige Fassung beschließt. Heckmann hofft, Ende des Jahres mit den Arbeiten beginnen zu können – fertig soll der Park Anfang des nächsten Sommers sein. Der Bebauungsplan bestimmt, wie der Garten Reden bebaut werden darf. Dieser teilt sich in zwei Bereiche: den Brönnchesthalweiher (35 Hektar, in der Grafik dunkelgrün gekennzeichnet) und die Halde (47 Hektar). Auf dieser befindet sich das rund 90 Meter hohe Haldenplateau. Der Bebauungsplan erklärt die Halde zum Sondergebiet. Dort dürfen Freizeitanlagen wie zum Beispiel die Rodelbahn oder Anlagen für erneuerbare Energien gebaut werden. Gebäude dürfen nur auf zehn Prozent der so genannten bebaubaren Fläche auf dem Haldenplateau errichtet werden – sie macht rund ein Fünftel der Haldenfläche aus. Die Gebäude sollen nicht höher als acht Meter sein, um den „fernsichtwirksamen Charakter“ des Plateaus nicht zu beeinträchtigen. Davon ausgenommen ist der geplante Turm, der bis zu 45 Meter hoch sein darf.


Metro transportiert Besucher auf die Halde

Start der Halden-Metro ist zwischen der Halde und dem Gondwana- Park. Sie besteht aus insgesamt vier Wagen für je vier Personen und kann überdacht werden. Über Schienen fährt die Metro 350 Meter hoch bis zum Turm. Der Preis pro Fahrt beträgt zwei Euro.


Auf der Rodelbahn ins Tal rasen

Die Allwetter-Rodelbahn namens „Coaster“ läuft auf Schienen. Sie kann bei Regen überdacht werden und ist daher ganzjährig geöffnet. Das Bremssystem ist vollautomatisch, die Geschwindigkeit kann teilweise selbst bestimmt werden. Der Einstieg befindet sich neben dem Gondwana-Park. Der Wagen für zwei Personen wird zunächst bei einem Höhenunterschied von 90 Metern auf die Halde hinaufgezogen und fährt dann mit bis zu 40 Stundenkilometern über 1,3 Kilometer Länge und zahlreichen Kurven, Wellen und Kreiseln zurück ins Tal. Voraussichtlicher Eintritt: drei Euro.


An einem Seil überReden schweben

Die Seil-Rutsche ist mit etwa einer Million die teuerste Investition und eine der größten Attraktionen des geplanten Funparks. Man sitzt in einer Art Korb und rast vom Aussichtsturm etwa 700 Meter an einem Stahlseil hängend entlang von der Halde ins Tal – mit bis zu 60 Stundenkilometern. Laut Fun Berg Saar gibt es den Zip-Rider nur in Grindelwald in der Schweiz. Ähnliche Seilrutschen existieren in Bergregionen. In Deutschland befindet sich einer der größeren Zipline- Parks mit zwölf Seilstrecken am Ochsenkopf in Fleckl (bei Bayreuth). In Grindelwald kostet der Flug rund 30 Euro, am Ochsenkopf 34 Euro, in Reden soll ein Flug etwa 15 Euro kosten. „Wir wollten bewusst die Preise nicht zu hoch ansetzen“, sagt Frank Heckmann. Auf der Halde soll es noch kleinere Stränge über etwa 100 Meter geben, die deutlich langsamer und günstiger sind – insgesamt bis zu vier Rutschen.


45 Meter hoher Aussichtsturm soll Bergbau symbolisieren

45 Meter hoch soll der Aussichtsturm auf der Halde werden. Das als Megaturm oder „Cube“ bezeichnete Stahlgebäude soll offen gebaut sein und auf fünf Meter hohen Stützen stehen. „Der Turm kommt einem Schacht sehr nahe und soll den Bergbau symbolisieren“, sagt Frank Heckmann. Ein Aufzug soll den Besucher auf mindestens drei Plateaus transportieren. Vom Turm führen sechs Rutschen mit bis zu 34 Metern Länge zum Boden. Im Turm selbst soll es Treppenanlagen und einen Hochseilklettergarten geben.  Außen wird es eine Kletterwand in Saarlandform geben. „So kann man zum Beispiel von Gersheim nach Perl klettern. Wir wollten eine Kletterwand, die anspruchsvoll ist und etwas aussagt“, sagt Heckmann.



AUF EINEN BLICK
Der Brönnchesthalweiher besteht aus Grünflächen (G): Auf G 1 wird das Knöterichgewächs Igniscum gepflanzt. Die Pflanze wird im Winter, ohne Blätter geerntet und zum Heizen verwendet. G 2 umfasst ein Drittel des ehemaligen Absinkweihers. Es soll eine biotopartige, offene Wasserfläche bleiben, über die drei Stege führen. G 3 ist ein Graben, der bei Regen wie ein Puffer wirkt und verhindern soll, dass zu nährstoffhaltiges Wasser von der Halde ins Biotop fließt. Das Wasser wird über ein Grabensystem zu den Wassergärten im Bereich der ehemaligen Tagesanlage geleitet. Die etwas erhöhte Fläche G 4 wird mit Bambus bepflanzt und dient zur Beobachtung der Natur.
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