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Frischmarkt auf dem Eschberg macht wohl für immer dicht

An der Fleischtheke im Frischmarkt: Geschäftsführer Willi Walter und Ilse Lackas.

An der Fleischtheke im Frischmarkt: Geschäftsführer Willi Walter und Ilse Lackas.

Im schlimmsten Fall macht der Schröder-Frischmarkt am Brandenburger Platz am 4. Januar komplett zu. Wenn’s nicht ganz so schlimm läuft, wird das Geschäft verkleinert und macht in veränderten oder in anderen Räumen weiter – dann aber ohne seinen Lieferservice. Und Ilse Lackas aus der Metzgerei ist nicht die einzige, die über diese Aussichten sehr traurig ist. Denn der Frischmarkt auf dem Eschberg ist mehr als eine kleine Metzgerei- Filiale – er ist vielmehr eine Art Tante-Emma-Laden, der einzige dieser Art unter den 30 Filialen der Saarbrücker Großmetzgerei. Hier bekommen die Eschberger seit 40 Jahren frisches Fleisch, Wurst, Brot, Getränke, Obst und Gemüse. Doch die Filiale rechnet sich nicht mehr.

Schröder-Geschäftsführer Willi Walter gibt nicht gern auf: „Meine 82-jährige Mutter lebt auf dem Eschberg und kauft selbst hier ein. Alle Mitarbeiter kenne ich persönlich. Aber es geht einfach nicht mehr“, sagt der Saarbrücker Unternehmer.

Am Tag kämen 220 bis 300 Kunden, aber alle hätten nur wenige Artikel im Körbchen. Für die Miete und den Lohn von sieben Mitarbeitern genüge der Umsatz nicht mehr. „Der Einkauf pro Kunde ist einfach zu gering, um so ein Geschäft zu halten“, erläutert Walter. Fast alle Kunden sind im Pensionsalter. Sie kommen beinah täglich. Bei Judith Pils an der Kasse gibt es nur ein Thema: die drohende Schließung. Alle sind betrübt. „Aber wenn alle, die unseren Weggang bedauern, auch bei uns kaufen würden, sähe die Lage anders aus“, sagt Walter. Besondere Bedeutung hat der Lieferservice der Filiale – den Senioren werden die Einkäufe nach Hause gebracht.

„161 Kunden sind registriert, nur 21 haben in der letzten Woche etwas bestellt. Der Wochenumsatz ist auf 1000 Euro gesunken“, berichtet der Chef. Er sagt, die Firma Schröder habe der Lebenshilfe und den CAP-Märkten angeboten, den Markt als gemeinnützige Einrichtung fortzuführen – aber die Verhandlungen seien gescheitert.

„Zwei Optionen haben wir noch: Erstens verhandeln wir mit dem Vermieter, ob wir die Ladenfläche verkleinern dürfen. Dann würden wir die Kühltheke, die Bäckerei und die Metzgerei erhalten. Zweites haben wir der Bäckerei, die nebenan eine Filiale hat, angeboten, diese Räume zu übernehmen und dafür künftig unser Brot von dieser Bäckerei zu beziehen. Beide Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. Es gibt also noch Hoffnung“, versichert Walter. Die sieben Mitarbeiter würden ihre Jobs auf jeden Fall behalten und in andere Filialen versetzt. Ingrid Bigalke, eine gehbehinderte Frau, die gerade bei Judith Pils bezahlt, drückt die Daumen. „Dieser Markt ist für uns Ältere auf dem Eschberg nicht so einfach verzichtbar.“

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