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Fuchs-Qual in St.Ingbert: Wer legte illegale Falle aus?

Von SZ-Redakteur Michael Beer
 
St. Ingbert. Der Todeskampf muss schrecklich gewesen sein. Als der St. Ingberter Förster Bodo Marschall am Dienstagmorgen in Schüren einen Fuchs von seinen Qualen erlöste, habe ihm dies „in der Seele wehgetan“. Wenig später hat der Förster dann bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Von einer Straftat spricht Marschall, einer tierschutzwidrigen Wilderei. Denn der Fuchs, den eine Anwohnerin auf ihrem Grundstück nahe dem Zaun zum Nachbarn mit einer Metallschlinge um den Hals noch lebend vorfand, hatte wohl eine stundenlange Agonie hinter sich. Völlig entkräftet sei er gewesen, berichtet Marschall. Die Hinterläufe am Boden, Körper und Vorderläufe auf den unteren Trieben einer Buchenhecke, habe das röchelnde Tier noch immer versucht, sich wegzuziehen.

Die Frau aus Schüren hatte am Morgen nach dem grausigen Fund die Polizei verständigt. Die hatte sich an den Förster gewandt. Auf befriedetem Gelände hat der zwar mit dem Gewehr nichts verloren, aber da beim Ordnungsamt der Stadt der zuständige Mitarbeiter im Urlaub sei, habe er schließlich Amtshilfe geleistet, sagt Marschall. Der Anblick des Fuchses in der Metallschlinge geht ihm nach: „Es war ein stattlicher, schöner Fuchs. Keine Kreatur hat einen solchen Todeskampf verdient.“ Einen Zufall schließt er aus. Nach allem, was er auf dem Grundstück gesehen hat, müsse jemand eine Schlinge ausgelegt haben. Das Tier sei hineingeraten und damit durch den Zaun auf das Areal geflüchtet, wo er schließlich den Tod fand. Da in Schüren auch Hühner gehalten würden, liege der Verdacht einer bewusst ausgelegten Falle nahe. „Ich kann verstehen, wenn einen der Fuchs in der Nähe von Hühnern nicht erfreut“, sagt Marschall. Aber die Konsequenz daraus müsse sein, das Gelände des Federviehs entsprechend abzusichern. Die Schlinge sei jedenfalls ein „klassischer Fall von Wilderei“, der Tierschutz verbiete zudem, Wirbeltiere Qualen auszusetzen.

Zudem erinnert der Förster daran, dass solche Schlingen auch eine Gefahr für spielende Kinder darstellen können. Und Giftköder – an einem solchen war im Jahr zuvor nach Auskunft Peter Josts vom St. Ingberter Ordnungsamt ein Fuchs in Schüren verendet – gefährdeten auch Hunde, die von ihren Duftstoffen angelockt würden.

Marschall erhält des Öfteren Anrufe von St. Ingbertern, die einen Fuchs in ihrem Garten gesichtet haben. Ängsten tritt er entgegen: „Als Förster bin ich froh um jeden Fuchs in meinem Revier – solange wir keine Tollwut haben.“ Der Fuchs sei ein Kulturfolger und halte sich gerne in der Nähe der Menschen auf. Er ernähre sich hauptsächlich von Mäusen. Und gerade das macht ihn den Forstleuten so sympathisch. „Die Lebensgemeinschaft Wald erneuert sich selbst“, sagt Marschall, „aber Mäuse fressen Bucheckern und Eicheln. Der Fuchs ist deshalb mein Verbündeter, wenn es um das Nachwachsen des Waldes geht.“


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