A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

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Für Profis und Anfänger: Bald gibt's in Saarbrücken eine private Schauspielschule

Saarbrücken. Vor dem Büro wird herzhaft gehämmert, dass der Staub aufs frisch verlegte Laminat rieselt. In der Garderobe mit mannshohen Spiegeln ragen Anschlüsse aus der Wand und harren einer Teeküche; die Aula nebenan wartet noch auf Vorhänge, in der Ecke türmen sich aber schon runde Seegrashocker. Bis morgen soll die Baustellen-Atmosphäre in der Dudweiler Landstraße 7 einem Kreativ-Aroma in Pastell und Erdfarben gewichen sein, denn dann beginnt das erste „Kennenlern-Wochenende“: drei Tage der offenen Tür in der ersten privaten saarländischen Schauspielschule. „acting and arts“ nennt sie sich international-großstädtisch, die Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin Petra Lamy ist der Motor dahinter (und die Leiterin).

"Ich sehe mich nicht als Konkurrenz“

Auf die Idee einer Schauspielschule habe sie der Raum gebracht: Durch Zufall habe sie die Aula gesehen, im Gebäude der Kulturfabrik, auf demselben Stockwerk wie die Modern Music School. „Ein herrlicher Raum mit viel Sonne – ganz anders als diese schwarzen Probebühnen ohne Tageslicht.“ Zuerst wollte sie den Raum nur anderen Künstlern vermitteln – doch als einige Eltern ihr von Schauspiel-Workshops erzählten, für die sie ihre Kinder bis nach Köln chauffieren müssten, keimte die Idee – warum so etwas nicht hier? Nur: Dass es hier schon einiges gibt, weiß auch Lamy – den Jugendclub des Saarländischen Staatstheaters etwa, den Kinderclub des Theaters im Viertel und die Jugendclubs des Theater Überzwerg. „Deren Kurse sind ohnehin belegt, ich sehe mich also gar nicht als Konkurrenz“, sagt Lamy. „Aber ich glaube schon, dass es im Großraum Saarbrücken mehr Bedarf als Angebot gibt“. Ihr Angebot richtet sich nicht an Menschen mit „Deutschland sucht den Superstar“- oder „Supertalent“-Fantasien. Um Laien geht es ihr, die „ambitioniert sind und sich einen professionellen Kontext wünschen“, aber auch um Profis, die schon längst im Beruf stehen. Lamy hat selbst 15 Jahre lang immer wieder Untericht in Los Angeles und in Rom genommen, steht seit 25 Jahren auf der Bühne. „Da sagt einem irgendwann keiner mehr, was los ist. Außerdem hat man selten einen geschützen Raum zum Experimentieren.“ Den will sie in Werkstätten bieten, bei denen Szenen gemeinsam entwickelt werden. 

„film acting workshop“  im Oktober

Zwischen dem 18. und 22. Oktober findet ein „film acting workshop“ statt, geleitet von Monika Schubert, einem so genannten „acting coach“, einer Schauspieldozentin, die auch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin lehrt. Gearbeitet wird in diesem Saarbrücker Workshop in intimem Rahmen: maximal zwölf aktive Teilnehmer (Wochenkosten: 445 Euro), maximal fünf passive, die vor allem zuhören (245 Euro). Kennengelernt hat Lamy die Dozentin Schubert im vergangenen Jahr bei den Branchentagen des Saarbrücker Ophüls-Filmfestivals, genau wie die Agentin Elisabeth Brück, die an „acting and arts“ angedockt ist. Schule und Agentur sollen sich, das hofft Lamy, gegenseitig befruchten – mögliche Casting-Termine können direkt in der Schule laufen, die sich Lamy zudem als Veranstaltungsort vorstellen kann. Doch viel Außerschulisches planen will sie, die einiges Geld in die Renovierung und Miete investiert, noch nicht. „Erst müssen mal die Kurse genug Interesse finden. Das ist jetzt das Wichtigste.“

Kennenlern-Wochenende

Termine: Beim Kennenlern-Wochenende können sich Interessierte jeden Alters die Räume und die Kursangebote anschauen. Beginn: Freitag 19 Uhr, Samstag 10.30 und 15 Uhr, Sonntag 10.30 Uhr. Eröffnung: am Samstag, 9. Oktober. Infos:

Tel. (06 81) 70 97 77 30 und www.acting-and-arts.com

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