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Für Reisende da sein: Saarbrücker Bahnhofsmission wird 85

Saarbrücken. Es waren Frauen mit langen blauen Kitteln, die Christa Konrath seit ihrer Kindheit in Erinnerung geblieben sind. Menschen, die damals da waren, wenn sie auf ihren Zug warten musste, mit denen sie ins Gespräch kam und die ihr hin und wieder ein Glas Milch gaben, um die Wartezeit zu verkürzen. „Ich war davon sehr fasziniert“, sagt die Saarbrückerin. Sie spricht von den Frauen der Bahnhofsmission, einer Einrichtung auf Gleis fünf, die heute von der katholischen Caritas und dem evangelischen Diakonischen Werk gemeinsam geführt wird. Die Erinnerungen trugen dazu bei, dass sich Konrath seit 29 Jahren als „Blauer Engel“, wie die Helfer gerne auch genannt werden, engagiert.

Mission war Frauensache

Die Arbeit bei der Bahnhofsmission war früher reine Frauensache und das über Jahrzehnte hinweg. Früher teilten sich der Caritasverband und das Diakonische Werk die Arbeit, jeder hatte seine Mitarbeiter vor Ort. „Die Caritas übernahm den Montag, Dienstag und Donnerstag, die Diakonie Mittwoch und Freitag“, erklärt Renate Ritter-Hoffmann, Leiterin der Bahnhofsmission. Seit 2001 ist die Mission eine ökumenische Einrichtung. Heute sind es bei 24 ehrenamtlichen Helfern sieben Männer, die sich am Hauptbahnhof engagieren, immerhin eine Quote von 29 Prozent. Erst 1981 interessierte sich der erste Mann für die Arbeit der Mission, etwa zur gleichen Zeit, als Konrath ihr Ehrenamt antrat.

Für Reisende da zu sein, das ist früher wie heute die Philosophie der Mission. Doch Konrath erinnert sich an ihre Anfänge, da waren es viele Schulkinder, die zur Bahnhofsmission kamen, dort auf ihren Zug warteten und die Zeit nutzten, um ihre Hausaufgaben zu machen. Unverändert zahlreiche Gäste sind die Obdachlosen, die vor allem im Herbst und Winter einen warmen Platz suchen. „Wir hatten damals fast schon die Funktion einer Wärmestube“, sagt Konrath. Doch die Missionare haben vor Jahren diesen Aufenthalt verkürzt: Eine Stunde lang dürfen sich die Obdachlosen noch in der guten Stube aufhalten. Kaffee oder Tee, Brot oder Brötchen, für alle Gäste halten die blauen Engel dort ein paar den Magen wärmende Kleinigkeiten parat.

Vielfältiges Hilfsangebot

Ein Angebot, das viele Reisende, die zur Mission kommen, eigentlich nicht brauchen, wollen sie doch meist nur wissen, wann und wo ihr Zug abfährt. Früher gab es diese Informationen ausschließlich im Missionshäuschen, aber auch das hat sich verändert. „Wir bleiben nicht mehr nur hier drinnen sitzen und warten, bis jemand unsere Hilfe braucht“, erklärt Ritter-Hoffmann. Heute sieht man die „Blauen Engel“ auf den Bahnsteigen, Ausschau haltend nach Menschen, die Hilfe benötigen. Kinder, Senioren, kranke und behinderte Menschen, Reisende aus dem Ausland rücken dabei in den Fokus. Hilfe am Ticket-Automat, Infos über An- und Abfahrten, Koffer tragen, beim Ein- und Aussteigen helfen: das ist der Alltag.

Früher waren es blaue Kittel mit Armbinde, heute sind es ärmellose blaue Jacken, die die Missionshelfer kenntlich machen. Auf den Westen ist ein Emblem zu sehen, das Caritas und Diakonie vereint. Es ist ein rotes Kreuz mit gelben Balken.

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