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Für Saar-SPD ist der Wechsel nah

 Saarbrücken. „Steini“ kommt. Zum SPD-„Finale“, zwei Tage vor dem Wahlsonntag. Zum wiederholten Male greift der Vizekanzler und Außenminister in den Wahlkampf der Saar-Genossen ein. Vielleicht nicht ganz uneigennützig, schließlich könnte ein sozialdemokratischer Ministerpräsident Heiko Maas der Bundespartei neuen Schub geben und vielleicht den Durchmarsch von Schwarz-Gelb verhindern. Für Steinmeier ist klar: Im Saarland ist ein Wechsel mit Hilfe von Lafontaines Linken und der Grünen möglich, natürlich unter Führung der SPD.

Das E-Werk auf den Burbacher Saar-Terrassen ist gegen 18.45 Uhr proppenvoll. Einen roten Teppich haben die Genossen für ihre Parteifreunde auf dem Weg in die Halle ausgerollt. In den ersten Stuhlreihen nehmen SPD-Promis des Landes und Mitglieder des Schattenkabinetts Platz. Sie wollen Präsenz zeigen für Heiko Maas, ihn nicht nur in Wahlkampfanzeigen unterstützen. „Der Wechsel liegt in der Luft“, meint SPD-„General“ Reinhold Jost bei der Begrüßung der 2000 Gäste. Und er weiß auch gleich, woran es liegt: „Das Land hat die Nase voll von Müller und seiner CDU.“ Jost ruft die Parteifreunde auf, die letzten Wahlkampf-Stunden zu nutzen, um die vielen Unentschlossenen auf die Seite der SPD zu ziehen. Als Schorsch Seitz mit bekannt schwarzem Mafiosi-Hut und roter Jacke in die Saiten seiner Gitarre greift, hat er die Halle alsbald auf seiner Seite. Sein „Mit Heiko Maas kommt der Wechsel an der Saar“ nach der Melodie von „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ ist der richtige Ton fürs politische Gemüt. Punkt 19.35 Uhr: Einmarsch der Polit-Spitze. Ein strahlender Frank-Walter Steinmeier, daneben Heiko Maas.

Sein Dress-Code entspricht ganz dem Wahlplakat: weißes Hemd mit lässig offenem Kragen. Händeschütteln, Schulterklopfen, Umarmungen – stehende Ovationen und „Heiko, Heiko“-Rufe der Parteifreunde. Frank-Walter Steinmeier nimmt mit scharfen Attacken sowohl die Landes- als auch die Bundespolitik ins Visier. Saft- und kraftlos sitze CDU-Ministerpräsident Peter Müller in der Staatskanzlei. „Aber weiß noch jemand, warum er da eigentlich sitzt?“, fragt der SPD-Parteivize unter großem Beifall. Und auch Linken-Chef Oskar Lafontaine bekommt sein Fett weg. Dieser habe in kritischen Situationen den Bettel hingeschmissen. „Er ist zurückgetreten, um pausenlos nachzutreten“, diagnostiziert Steinmeier. So einem würden die Menschen nicht noch einmal vertrauen. Das Saarland müsse inhaltlich und personell erneuert werden. Deshalb heiße es ab Sonntag: „Der Maas macht's“.

Im bundespolitischen Teil seiner Rede rechnete Steinmeier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Union ab. Die CDU habe keinerlei Rezepte, um die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise zu bewältigen. Alle Initiativen seien von den Sozialdemokraten gekommen. Heiko Maas („Die Mehrheit will den Wechsel“) pflegt vor großer Kulisse noch einmal die politische Zuspitzung. Er verdeutlicht die zentralen Punkte der Wahl-Auseinandersetzung: Bildung und Arbeit. Maas wettert gegen Schulschließungen und den „G8-Murks“. Eine SPD in der Regierungsverantwortung werde noch in diesem Jahr die Studiengebühren abschaffen. Und er verspricht die bedarfsgerechte Einführung von Ganztagsschulen. Noch einmal wirft der SPD-Vormann der Union rechtswidrige Wahlwerbung vor. „Die CDU hat sich den Staat zur Beute gemacht.“ Kleine Geste am Rande des großen SPD-Events: Heiko Maas gratuliert von der Bühne aus seiner Mutter Mia, die unter den Parteifreunden Platz genommen hat, zum 68. Geburtstag. Und ein Küsschen vom Vize-Kanzler Steinmeier darf natürlich nicht fehlen. Guido Peters

Hintergrund Heiko Maas, der SPD-Landesvorsitzende, hat die Saarländerinnen und Saarländer gestern dazu aufgerufen, bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag wählen zu gehen und mit einer hohen Wahlbeteiligung für eine „starke Legitimation“ des neuen saarländischen Landtags zu sorgen. Demokratie lebe vom Mitmachen und Mitentscheiden, sagte der SPD-Spitzenkandidat. Deshalb setze er auf eine hohe Wahlbeteiligung. Maas: „Wer wählt, gewinnt: Jede Stimme ist eine Stimme für die Demokratie, eine Stimme für unser Land.“ red  
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