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Für Saarbrücker Tierschützer ist an Urlaub nicht zu denken

Die angehende Tierpflegerin Andrea Cuntz (links) und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Dorothee Henrici-Bunk (rechts) im Kleintierhaus im Berta Bruch Tierheim in Saarbrücken.

Die angehende Tierpflegerin Andrea Cuntz (links) und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Dorothee Henrici-Bunk (rechts) im Kleintierhaus im Berta Bruch Tierheim in Saarbrücken.

Die Transportbox war nicht einmal richtig zu. Darin kauerte vor dem Bertha-Bruch-Tierheim eine ausgesetzte Katze. Sie schlüpfte schließlich raus. Zurück blieben die leere Box und ein Zettel mit ein paar Worten.

Darauf stand, dass die Katze nicht kastriert ist und schon Junge hatte. Nun irrt sie durch den Wald ums Heim. Noch mehr Tier-Elend. Ausgerechnet jetzt, während die Mitarbeiter wegen der nahenden Ferien fast bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gefordert ist.

„Wenn doch die Leute wenigstens ihre Tiere richtig bei uns abgeben würden, statt sie einfach auszusetzen“, sagt Barbara Best. Sie ist die zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Saarbrücken. Der betreibt das Heim. Bests Sympathie gilt allen Schützlingen im Heim, ihre Wut jenen Menschen, die ein ihnen anvertrautes Tier im Stich lassen.

Etwa den verletzten Hund, den sein Besitzer festband und abhaute. Der Hund saß nahe genug am Heim, aber zugleich so versteckt, dass er erst gar nicht auffiel. Andere Heimbewohner sind ähnlich schlecht dran. Sie haben kranke Nieren oder leiden an Diabetes und werden ihren Besitzern deswegen zur teuren Last. „Und was passiert? Die Leute kommen mit ihrem kranken Tier und behaupten, sie hätten es gefunden“, sagt Best. „Das mit den ,Fundtieren’, die gar keine sind, häuft sich vor den Ferien. Dazu kommt die Anspruchshaltung von Besuchern, die meinen, wir müssten 24 Stunden erreichbar sein. Sie stehen um 10 Uhr da, während wir alle Hände voll zu tun haben.“


Best bittet alle, sich an die Besuchszeiten von 14 bis 17 Uhr zu halten. Montags empfängt das Heim keine Besucher. Gerade in den Ferien gibt es so viel Arbeit, dass höchstens zwei der acht Angestellten urlauben können. Und das dürfen sie auch nur, weil Ehrenamtliche viele Aufgaben übernehmen und selbst regeln, wer weg, wer da ist.

Best nennt ein Beispiel: „Die ,Hundeleute’ gehen täglich mit einer unterschiedlichen Zahl von Tieren raus und sind mitunter den ganzen Nachmittag unterwegs.“ Hinzu kommt das Füttern, eine Arbeit, die es in sich hat. „Es gibt Vorschriften, wer welches Futter bekommt. Zum Beispiel dürfen die Degus kein frisches Obst kriegen, weil sie zu Diabetes neigen.“

Ohne mindestens zehn Ehrenamtliche bei den Katzen und 20 bei den Hunden kommt das Heim im arbeitsreichen Sommer nicht aus. Für die Kleintiere sind zu jeder Jahreszeit neue Idealisten gesucht. Tatkräftige Helfer wie die Ehrenamtliche, die im Büro drei Wochen lang die Angestellte vertritt. Sie macht die Buchführung, kassiert Vermittlungsgebühren, nimmt Fundtiere auf. Arbeit über Arbeit. „Das ist die schlimmste Zeit. Hinzu kommt, dass wir auf Tieren sitzenbleiben, bis der Sommer vorbei ist“, sagt Barbara Best. Ihre Ferienpläne? „Ich bin ewig nicht mehr weggefahren und mache Urlaub im Tierheim. Wenn eine scheue Katze Zutrauen fasst, dann ist das sehr schön. Für uns ist so ein Tag auch Entspannung, nicht nur Arbeit. “
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