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Für immer in die Haut geritzt

Saarbrücken. Gerade in der Sommer-Zeit zeigen viele Saarländer Haut. Dabei muss man beinahe automatisch einen Blick auf die Tätowierungen werfen, die mittlerweile viele Körper zieren. Während noch vor wenigen Jahren das so genannte „Arschgeweih“ das Steißbein vieler Frauen schmückte, sind in diesem Jahr Sterne das vorherrschende Motiv. „Sterne, chinesische Zeichen und Tribals (Stammeszeichen, d. Red.) sind momentan der Renner“, erklärt Ralf Beck, Inhaber von Fine-Line Tattoo in St. Wendel und Schiffweiler. Tribals sind meist einfarbige, ineinander verflochtene Muster und Linien.
Arme, Knöchel, Schulter
Die Körperstellen, die er am häufigsten unter die Nadel bekommt, sind die Armpartie, Knöchel, die Schulterblätter sowie der Nackenbereich. Er mache seine Kunden immer darauf aufmerksam, dass sie eine Entscheidung fürs Leben treffen und betrachtet eine Tattoo-Entfernung eher als heikel: „Bei einer Laser-Entfernung können Narben entstehen.“ Wolfgang Schmitt, Infected-Tattoo-Inhaber in Neunkirchen, sieht neben dem beliebten Stern-Motiv, das sich auf dem Vormarsch befindet, auch Blüten weit vorn. Jedoch gesteht er, dass die meisten sich momentan sehr stark mit den Preisen für ihre Verschönerungen befassen. „Man merkt schon, dass die Leute weniger Geld haben.“

Für Thomas Martini (23) aus Marpingen spielt der Preis für seine Körperkunst hingegen eine untergeordnete Rolle. Bisher hat er 1500 Euro in seine vier miteinander verbundenen Tätowierungen investiert. Für ihn steht jedes für einen besonderen Lebensabschnitt, daher achte er nicht so sehr auf den Preis, sondern eher auf die Qualität. Sein erstes Tattoo ließ er sich auf einer Convention, einer Messe für Tätowierer stechen, doch da dieses ihn nicht überzeugte, ließ er es erneuern. Damit ist er kein Einzelfall, denn viele bereuen ihre „Jugendsünden“, wie es Ralf Beck nennt. So ließ sich auch Nathalie Scheuer (22) ein chinesisches Zeichen überstechen. Nun zieren zwei, durch ein Tribal verbundene Lilien ihren Knöchel und Fuß. Jedoch zeigten sich bei ihr nach dem Kontakt mit der Nadel Zeichen einer Entzündung. „Entweder wurde nicht hygienisch genug gearbeitet oder ich bin allergisch gegen die Farbe“, erklärt sie, obwohl sie keine Probleme mit ihrem ersten Tattoo und ihren fünf Piercings hatte. Wenn die Antibiotika-Behandlung nicht anschlägt, sieht sie einer Laser-Entfernung entgegen. Diese wird sie selbst zahlen müssen, da die gesetzlichen Krankenkassen die Folgekosten nicht übernehmen.
Gefahr für Muttermale  
Tattoo-Studios bieten mittlerweile auch Entfernungen an. Stefan Bühler von Generation-X in Saarbrücken erklärt aber, dass die Entfernung von Intensität und Farbe abhängig ist: „Mit unserem Laser können wir grün und blau nicht vollständig entfernen.“ Auch Dr. Peter Keßler, Hautarzt in Dillingen, sieht die Entfernungen durch einen Tätowierer kritisch: „Es besteht die Gefahr, auch Muttermale zu lasern, der Tätowierer kann das Ganze nicht so gut beurteilen, wie ein Dermatologe.“ Bereits die Entfernung auf einer kleinen Fläche kostet pro Sitzung bis zu 200 Euro – zehn bis 15 Sitzungen können notwendig sein. „Es ist ganz schwierig, das Tattoo komplett zu entfernen, ein Rest bleibt meist schon, das ist abhängig von den Farben und dem Laser“, erklärt Kessler. So seien später oftmals noch Schatten sichtbar.Rebecca Rech
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