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Für manche ist es das letzte Weihnachten

Völklingen. Richtig gemütlich ist das Wohnzimmer mit Küche auf der Palliativstation im St. Michael-Krankenhaus mit Ausblick über Völklingen. In einer Ecke steht eine Couch, daneben ein Weihnachtsbaum mit roten Kugeln, auf dem Tisch Adventskranz und Geschenke. Auf der Palliativstation ist der Heilige Abend etwas Besonderes, weil es für die unheilbar Kranken oft das letzte Weihnachten ist.

„Weihnachten zu überstehen, ist für viele Patienten das Ziel“, sagt die Pflegerin Daniela Heyden. „Sie erleben Weihnachten bewusster.“ Heyden erinnert sich an eine junge verstorbene Frau, die unbedingt das Fest mit ihren kleinen Kindern erleben wollte. Oder ein Mann, der 18 Jahre lang keinen Weihnachtsbaum hatte, weil ihm das nicht wichtig war. „An seinen letzten Weihnachten wollte er unbedingt den Baum mit den Kindern schmücken“, erzählt Krankenschwester Sandra Scherf.

Am Heiligen Abend spielt Weihnachtsmusik, die Zimmer sind mit Fensterbildern dekoriert, auf den Tischen stehen Weihnachtsgestecke und Kekse. Manchmal backen die Schwestern mit den Patienten Plätzchen oder singen.

„Wir können eigentlich nichts planen, weil man sich immer drauf einstellen muss, wie es den Kranken gerade geht“, erklärt Thorsten Humm. Man könne nur Angebote machen. Der Pfleger hat zwei kleine Kinder und arbeitet dieses Jahr an den Weihnachtsfeiertagen. Natürlich wäre er gerne zuhause, gibt er zu, dafür sei die Vorfreude auf das Fest umso größer. Und die Patienten seien auch froh, dass jemand da ist. „Das ist schon ein besonderes Flair, die Leute werden besinnlich“, sagt Humm.

Die Angehörigen der Patienten hätten sich bereits angekündigt. „Nachmittags ist das Haus immer voll“, sagt Daniela Heyden. Häufig gibt es dann eine Bescherung im Wohnzimmer, manchmal bringen Verwandte sogar warmes Essen mit. „Das ist meist eine gesellige Runde“, sagt Sandra Scherf. „Oft dürfen wir als Pflegende an den Ritualen der Familie teilnehmen, das macht uns Freude.“ An jeden Patienten habe sie schöne Erinnerungen. „Das ist meine persönliche Schatztruhe“, sagt Scherf. Auch Daniela Heyden macht ihre Arbeit Spaß – und es werde viel gelacht. „Humor ist bei unserer Arbeit sehr wichtig“, sagt die Pflegerin. Die Patienten bräuchten Normalität, wollten nicht ständig über Tod und Sterben reden und traurig sein. Schließlich sei das Ziel nicht, auf der Station zu sterben, sondern schmerzfrei nach Hause entlassen zu werden. „Damit sie so sterben können, wie sie es sich wünschen“, fügt Stationsleiter Andreas Geilen-Meerbach hinzu.

Maria Wimmer

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