L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Funklöcher als Problem für Retter

Funklöcher nerven viele Autofahrer. Gerade bei Unfällen kann es sogar gefährlich werden. Im Kreis Merzig-Wadern gibt es nach Angaben des DRK damit viele Probleme, sprich: Orte, wo Handys keinen Empfang haben.

Merzig.
Albtraum eines jeden Autofahrers: Auf dunkler Straße hat er einen Unfall, rollt in eine Böschung. Schwerverletzt will er mit seinem Handy Hilfe rufen. Und dann das: ein Funkloch. Ähnliches ist am vergangenen Montag einer Frau zwischen Düppenweiler und Hüttersdorf passiert. Sie musste einem entgegenkommenden Auto ausweichen, stieß mit mehreren Bäumen zusammen und rutschte eine Böschung hinab. Die Verletzte konnte noch per Handy die Polizei anrufen, als die Verbindung während des Gesprächs weg war. Glückliches Ende: Die Verletzte wurde gefunden und von Sanitätern versorgt.

Michael Hoffmann, Rettungswachenleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Merzig-Wadern, rät daher, bei Unfällen immer zuerst seinen Standort durchzugeben. „Das ist aber sowieso auch immer das erste, was die Disponenten fragen“, sagt Hoffmann. Auch die DRK-Fahrzeuge hätten alle Handys an Bord und teilweise „Riesenprobleme“ mit Funklöchern. Problematisch sei es zum Beispiel in Teilen Bachems, Rimlingen, Rappweilers, in Perl oder Wadern. In den beiden letzteren Orten gebe es auch große Probleme mit dem Funk. „Wir sind ja auch in Luxemburg und Frankreich im Einsatz, und da geht oft gar nichts. Die Diensthandys funktionieren nicht, es ist oft abenteuerlich“, beklagt Hoffmann, zusätzlich gebe es auch die Sprachbarriere. Eine Fallzahl kann er nicht nennen, darüber gebe es keine Statistik. Die Retter hoffen jetzt auf die Einführung des Digitalfunks am 15. Oktober. Die Franzosen haben den Digitalfunk schon jetzt.
Eine Patentlösung für dieses Problem gebe es nicht, wenn die Abdeckung nicht flächendeckend sei. „Es kann ja nicht jeder ein Notrufgerät um den Hals haben“, sagt Hoffmann.

Mobilfunk-Experten wissen, dass es vor allem in engen Tälern und an Bergen zu Problemen kommen kann. So wissen viele Rettungskräfte, dass zum Beispiel das E-Plus-Netz im Nordsaarland nicht so ausgeweitet ist.
Als „kein großes Problem“ anhand von 210 000 Einsätzen im Jahr sieht Rainer Buchmann die Funklöcher an. Der Leiter der Rettungsleitstelle in Saarbrücken sagt, er kenne keinen Fall, bei dem jemand wegen eines Funklochs nicht gerettet wurde. Falls wirklich jemand anrufen und beispielsweise röcheln würde, ehe der Empfang oder das Akku zu Ende wären, gäbe es noch eine Möglichkeit über die Ortungsplattform der Björn-Steiger-Stiftung.
Buchmann, der in Losheim wohnt, erklärt: „Ein Handy sucht sich immer die stärkste Station, checkt aber dafür auch andere Sendemasten. Aus den Laufzeiten lässt sich dann binnen einer Minute jemand orten.“ Allerdings nicht genau auf den Punkt, es gebe einen Radius von 500 bis 600 Metern. In der Stadt nutze das natürlich weniger als auf der einzigen Verbindungsstraße zwischen zwei Orten. „Das hilft uns auch, wenn jemand anruft und sagt, er wäre irgendwo zwischen Trier und Merzig“, sagt Buchmann. Benutzt wird dieses System aber nur zur Menschenrettung, zum Beispiel bei Suizidversuchen oder Menschen, die aus dem Altenheim verschwunden sind.




Meinung

Das Möglichste machen


Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Regel


Gegen die unheilvolle Kombination, einen Unfall gerade dort zu haben, wo das Handy keinen Empfang bekommt, lässt sich nichts machen. Aber wenigstens ein paar Dinge, die bei einem Unfall wertvolle Hilfe leisten könnten, sollten Autofahrer dabei haben. So ist es keine große Mühe, sich eine warme Decke ins Auto zu legen. Oder dafür zu sorgen, dass auch die vorgeschriebene Warnweste da ist. Oder darauf zu achten, dass der Handy-Akku aufgeladen ist. Das alles schützt zwar nicht vor Unfällen. Aber im Falle eines Falles ist man froh darüber – und hat sein Möglichstes getan.



Auf einen Blick

Bei einem Unfall, wenn das Handy kein Netz oder keinen Akku hat, lässt sich nur auf den nachfolgenden Verkehr hoffen. Gute Dienste leistet hier auch eine Warnweste, auch eine blinkende Warnlampe wäre sehr nützlich, sagt Michael Hoffmann, Rettungswachenleiter des DRK. Auch eine Decke im Auto sei „nie ein Fehler“, meint Hoffmann. raps

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