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Fußball: Ein Spiel auf Leben und Tod

Bei Fußballspielen im Mittelalter wurde oft gleich das ganze Dorf zum Spielfeld umfunktioniert. Foto: C.H.Beck

Bei Fußballspielen im Mittelalter wurde oft gleich das ganze Dorf zum Spielfeld umfunktioniert. Foto: C.H.Beck

Der beliebteste Sport der Welt ist weit älter, als allgemein angenommen wird. Davon ist der Saarbrücker Kulturhistoriker Wolfgang Behringer von der Universität des Saarlandes überzeugt. Behringer hat die Geschichte des Fußballs vom ersten Auftauchen in den Quellen bis heute erforscht. Sein Ergebnis: Fußball wird seit Jahrhunderten gespielt. In England und Italien war dieser Sport spätestens seit dem zwölften Jahrhundert weit verbreitet. In der Renaissance erhoben ihn die Medici-Fürsten zum Nationalspiel.

 

„Der vielleicht älteste handfeste Nachweis stammt aus dem Jahr 1137: Es handelt sich um einen Bericht vom Tod eines Jungen, der beim Fußballspiel in England starb“, erklärt Behringer. Daneben fand er weitere Indizien: Warum etwa seien an manch altem Gemäuer in englischen oder italienischen Altstädten die Fenster auch der oberen Stockwerke vergittert? Warum betrieb man in schwindelnder Höhe solch teuren Aufwand? Die Antwort von Wolfgang Behringer: „ Fußball ! Zu Renaissance-Zeiten hatten die Menschen ihre Erfahrung damit: Sie wollten die teuren Fenstergläser vor den harten Bällen schützen.“

 

Ab dem Spätmittelalter seien England, Italien und auch Frankreich die Fußball-Hochburgen gewesen, sagt der Historiker. Ein Spiel habe oft von morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit gedauert. Das Spielfeld konnte kilometerlang sein. Stadttore dienten an manchen Tagen als Tor. Die Zahl der Spieler war nicht begrenzt und zimperlich ging es auch nicht zu.

 

„Mord und Totschlag waren verboten, sonst war der Körpereinsatz nicht groß beschränkt. Massenraufereien, Unfälle, sogar Tote waren nicht selten – auch Blutrache nach solchen Vorfällen ist bekannt.“ Und so wurde der Fußball des Öfteren verboten: zwischen 1314 und 1667 insgesamt 30 Mal. „1424 wurde eine Geldstrafe fürs Fußballspielen verhängt“, sagt Behringer.

 

Und wie sah es in Deutschland aus? „Deutschlands Fußballtradition ist eher jung“, erklärt er. Hier waren andere Ballspielarten beliebter, bei denen aber auch bisweilen der Fuß zum Einsatz kam.

 

Der Fußball in seiner heutigen Erscheinungsform entstand dann 1863: „In diesem Jahr wurde Fußball in England Schulsport. Im Zuge dessen legte man die Spielerzahl auf elf fest und formulierte Spielregeln. So wurden etwa grobe Fouls und die Zuhilfenahme der Hände untersagt. Der traditionelle, kampforientierte Football wurde in Rugby umbenannt. Aus einer Sportart wurden damit zwei“, erläutert der Historiker. Die Gründung der meisten deutschen Fußballvereine erfolgte dann seit den 1890er Jahren.

 

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