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Fußball: Ligazugehörigkeit mehrerer Saar-Vereine noch nicht geklärt

Der Kampf um den Ligaverbleib dauert für die Fußballer des FSV Saarwellingen in diesem Jahr bis zwei Tage vor dem Start in die neue Spielzeit. Heute Abend – und damit nur wenige Stunden vor dem ersten Saisonspiel der neuen Runde – wird die Verbands- Spruchkammer des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) entscheiden, ob der ehemalige Oberligist kommende Runde in der Landesliga West oder in der Bezirksliga Saarlouis antritt. Auch die SSV Saarlouis und die SF Heidstock werden erst heute Abend erfahren, in welcher Liga sie am Sonntag antreten.

Der Hintergrund: Saarwellingen stand nach dem Ende der Runde 13/14 als sportlicher Absteiger in die Bezirksliga Saarlouis fest. Nachdem die SSV Saarlouis Anfang Juli ihre erste Mannschaft freiwillig aus der Landesliga West zurückzog, wurde dort wieder ein Platz frei. Saarlouis plant, mit seiner in die Bezirksliga Saarlouis aufgestiegenen zweiten Mannschaft dort an den Start zu gehen. Der Verbandsspielausschuss des SFV teilte daraufhin Saarwellingen mit, dass er den freien Landesliga-Platz einnehmen könne. „Wir wollten im Sinne der Sportlichkeit Saarwellingen die Möglichkeit geben, nachzurücken, damit die Landesliga mit 16 Teams und nicht mit 15 Mannschaften an den Start gehen kann“, sagt der Kreisvorsitzende Westsaar des SFV, Erich Brücker.

Gegen diese Entscheidung gab es einen Protest des SV Friedrichweiler bei der Verbandsspruchkammer. Der Kläger monierte, dass das Nachrücken der Saarwellinger gegen die Statuten verstoße. Dadurch, dass der Saarlouiser Rückzug nach dem 1. Juli erfolgte, müsse die SSV laut Paragraf 36 der Spielordnung als erster Landesliga- Absteiger der Saison 14/15 behandelt werden. Ein nachrückendes Team sei in diesem Fall nicht vorgesehen. Die Spruchkammer folgte dieser Argumentation und entschied am 28. Juli, dass Saarwellingen nicht in die Landesliga nachrücken darf. Dagegen wehrt sich nun der FSV. Der Club hat Revision gegen das Urteil der Spruchkammer eingelegt. Die Berufungsverhandlung findet heute statt.

Eigentlich soll der FSV Saarwellingen am Sonntag um 15 Uhr bei den SF Hostenbach in der Landesliga West in die Saison starten – so sieht es der Spielplan vor. Dies geht aber nur, wenn der FSV auch in der Landesliga spielt. Hostenbach wird also erst heute Abend erfahren, ob die Begegnung stattfindet oder nicht. „Wir hätten uns gewünscht, dass das Verbandsgericht früher tagt. Ich finde es sehr unglücklich, dass die Entscheidung so spät fällt“, sagt Hostenbachs Vorsitzender Dirk Moritz. „Mich rufen ständig Leute an, die wissen wollen, ob wir nun am Sonntag spielen oder nicht.“

Unklarheit gibt es aber nicht nur darüber, wo Saarwellingen kommende Runde startet. Auch ob die SSV Saarlouis wie geplant in der Bezirksliga antreten darf, ist noch offen. „Nach jetzigem Stand gehe ich davon aus, dass wir dort spielen“, sagt der Saarlouiser Trainer Peter Weber. Möglich ist aber auch, dass sich das durch die Verbandsgerichts-Entscheidung ändert. Vom Urteil hängt auch das Schicksal der SF Heidstock ab. Heidstock, erster sportlicher Absteiger in der Saison 13/14, bleibt in der Bezirksliga Saarlouis wenn Saarwellingen in die Landesliga darf. Ansonsten muss Heidstock in der Kreisliga antreten.


MEINUNG

Es bleiben nur Verlierer

Von SZ-Redakteur Mark Weishaupt

Stell’ dir vor, die Saison geht morgen los – aber du weißt noch nicht, gegen wen du spielst. Oder in welcher Liga du überhaupt antrittst. Was der Saarländische Fußballverband da den beteiligten Vereinen angetan hat, spottet jeder Beschreibung – auch wenn es sich „nur“ um Landesliga-Fußball handelt. Mal ab von der gegen die Statuten verstoßende Entscheidung, den FSV Saarwellingen nachrücken zu lassen, kann es nicht angehen, die endgültige Entscheidung erst zwei Tage vor Saisonbeginn zu treffen. Das Verbandsgericht muss nun heute Abend einen Weg aus dieser Situation finden. Die Vermutung liegt nahe: Es wird kaum ein Ausweg zu finden sein. So bleiben wohl nur Verlierer: die bedauernswerten beteiligten Vereine und vor allem der Saarländische Fußballverband, der sein eigenes Regelwerk nicht kennt.
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