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Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen hat nach wie vor finanzielle Sorgen

Sportlich läuft es rund bei Borussia Neunkirchen : Sechs Siege aus den letzten acht Pflichtspielen bescherten dem Fußball-Oberligisten Tabellenplatz drei und den Einzug in die fünfte Runde des Saarlandpokals. Dort erwischte die finanziell angeschlagene Borussia mit dem Regionalligisten 1. FC Saarbrücken das ultimative Traumlos des Wettbewerbs.

Für das Pokal-Duell der Traditionsclubs, das am 21. Oktober um 19 Uhr stattfinden soll, soll sogar extra eine mobile Flutlichtanlage im Neunkircher Ellenfeldstadion installiert werden – zum ersten Mal in der über 100-jährigen Geschichte des Stadions. „Noch ist nicht jedes Detail geklärt, weitere Anforderungen sind zu erfüllen. Wir sind jedoch zuversichtlich, zeitnah auch die letzten Hürden zu meistern“, sagt Borussias Vorsitzender Martin Bach. 5000 Karten sollen in den Verkauf gehen.

Hinter den Kulissen wird die Zuversicht des Insolvenzverwalters Marc Herbert derweil auf eine harte Probe gestellt. Nach wie vor befindet sich die Borussia in einem Insolvenzeröffnungsverfahren und braucht dringend mehr Geld. Die Buchhaltung der vergangenen Jahre wurde von Herbert schon zu einem früheren Zeitpunkt kritisiert, mittlerweile bezeichnet er sie als „Albtraum“. Nach der Aufarbeitung der Jahresabschlüsse 2013 und 2014 für das Finanzamt wurde festgestellt, dass Einnahmen aus dem Parzellenverkauf für den Kunstrasenbau 2012 nicht versteuert wurden. Im Zuge der Nachbesserung des schon eingereichten Jahresabschlusses 2012 sind laut Herbert Folgefragen aufgetaucht, die wiederum eine „Bringschuld seitens des Vereins“ auslösten – sprich: das Nachreichen von Belegen. „Es handelt sich um Einzahlungen von Fans und Mitgliedern, die den Platz finanziert haben. Das wird hinzugebucht, und dann ist wieder alles in Ordnung“, ist sich Vereins-Chef Bach sicher und betont in diesem Zusammenhang: „Es geisterte vor nicht allzu langer Zeit der Vorwurf von Schwarzgeld-Konten und Steuerverkürzung durch die Presse. Uns ist durch diesen unhaltbaren Vorwurf ein nicht unerheblicher Schaden sowohl auf der Einnahmen- wie auch auf der Imageseite entstanden.“

Erst wenn alle steuerlichen Fragen geklärt wurden, kann der Verein bei einer Bank einen geplanten 80 000 Euro-Kredit aufnehmen und auch die Gemeinnützigkeit zurückerlangen. Letztere braucht es, um den Zuschuss der Sportplanungskommission für den Kunstrasenbau in Höhe von rund 55 000 Euro abrufen zu können. All dies wird benötigt, um Finanzmasse aufzubauen, die für die Teilrückzahlungen für Gläubiger benötigt wird. „Wir brauchen etwa 250 000 bis 300 000 Euro“, meint Herbert: „Wir werden uns weiterhin darum bemühen, und ich halte es nach wie vor nicht für ausgeschlossen, dass es gelingt.“ Herberts Wunschvorstellung ist es, bis zum 31. Dezember alles erledigt zu haben. Sprich: entweder die Insolvenz vermeiden oder eröffnen.

Derzeit stehen rund 46 000 Euro auf dem Konto, mit denen Insolvenzverwalter Herbert nicht weiter in Vorleistung für den laufenden Betrieb treten will. Monatlich fallen 30 000 Euro Kosten für Trainer- und Spielergehälter an. „Wir haben viele Sponsoren, die nach der Abwendung der Insolvenz zahlen und für die Liquidität der restlichen Runde sorgen werden. Von daher sehen wir das im Moment positiv“, sagt Bach. Das sieht auch der zweite Vorsitzende Michael Krebs so und kündigt an: „Es baut sich zunehmend Masse auf. In den nächsten Tagen fließen teils fünfstellige Gelder auf das Konto.“

Auch das FCS-Pokalspiel soll Einnahmen bringen – trotz oder sogar wegen der mobilen Flutlichtanlage: „Die Investition von unserer Seite ist nicht so groß, vieles wird über Sponsoring und Werbung finanziert“, sagt Bach, und auch Insolvenzverwalter Herbert meint: „Ich glaube schon, dass es sinnvoll ist, unter Flutlicht zu spielen.“  
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