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Fußball-Regionalliga: FCS will am Sonntag in Richtung 3. Liga

Der Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat sein erstes Testspiel in der Vorbereitung auf die neue Runde gewonnen.

Der Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat sein erstes Testspiel in der Vorbereitung auf die neue Runde gewonnen.

Saarbrücken. 83 muskelbepackte Kilogramm verteilt auf 186 Zentimeter Körperlänge. Dazu ein Blick, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt – so kennt man Velimir Grgic, Stürmer und „Kampfschwein“ beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. „Zuhause ist er ein ganz anderer Mensch“, sagt Ehefrau Jelena über ihren ‚Veli', „er ist das größte Kind von allen.“

Schwere Jugend

Einen Sohn von sechs und eine Tochter von elf Jahren haben Jelena und Velimir. „Wenn ich meine Kinder umarme, vergesse ich die Welt um mich“ erzählt der 32-jährige Familienvater voller Stolz. Vielleicht auch, weil der Kroate an seine Jugend während des Jugoslawien-Krieges unschöne Erinnerungen hat. „Ich habe Kinder sterben sehen und Mütter, die ihre Söhne verloren haben. Das war eine schwere Zeit.“

Die hatte der frühere Junioren-Nationalspieler seines Landes auch vor dieser Saison. Sein Vertrag in Emden war ausgelaufen, die Familie wollte eigentlich in die Heimat zurückzukehren. „Dann kam Saarbrücken. Nach den ersten beiden Spielen habe ich zu meiner Frau gesagt: Wo sind wir hier nur hingeraten? Das wird Überlebenskampf pur“, erinnert sich Grgic (gesprochen: Girgitsch) an die Pleiten gegen Elversberg und Trier zum Auftakt, „dann kam der Sieg in Essen. Wir haben gekämpft und Punkt für Punkt aufgeholt.“

Trotz Tabellenführung waren Meisterschaft und Aufstieg lange kein Thema in der Mannschaft: „Darüber redet man nicht. Man versucht einfach, den Platz zu verteidigen. Ich kann nicht damit umgehen, wenn Mitspieler nicht mit Herzblut bei der Sache sind. Dann kann ich auch mal explodieren.“ Ausgleich vom Sport findet Veli beim Angeln. „Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie dieser Zappelphilipp dabei stundenlang still sitzen kann“, sagt Jelena lachend, und Veli erklärt: „Mein Bruder hat mir das Angeln als kleiner Junge beigebracht. Ich bekomme den Kopf frei, kann Dampf ablassen.“ Letzte Woche hat er einen 4,5-Kilo-Karpfen gefangen und selbst zubereitet. „Ich wollte ja mal auf eine Kochschule. Aber meine Eltern hatten nicht die Mittel, und so habe ich eine Ausbildung zum Elektrotechniker gemacht.“

Unter Strom steht Grgic auch beim Gedanken an den nächsten Gegner: Fortuna Düsseldorf II (Anstoß Sonntag 14 Uhr, Ludwigsparkstadion). „Im Hinspiel habe ich eine Riesenchance vergeben und einen Elfmeter verballert. Eigentlich sollte Manu (Anm. d. Red.: Mittelfeldspieler Manuel Zeitz) schießen, aber ich wollte unbedingt. Der Trainer war richtig sauer auf mich.“ Das ist längst vergessen. „Veli ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit“, sagt Dieter Ferner, „er schont weder sich noch andere.“

Das wird er auch am Sonntag tun. Das freundliche Lächeln musste am Donnerstag dem bösen Blick weichen, als Velimir Grgic ankündigte: „Wir werden diesmal gewinnen. Garantiert.“

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