A6 Kaiserslautern Richtung Metz/Saarbrücken Zwischen Parkplatz Homburger Bruch und Kreuz Neunkirchen Gefahr durch defektes Fahrzeug, Seitenstreifen gesperrt (21:06)

A6

Priorität: Sehr dringend

18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Gab 55-Jährige Auftrag zum Kofferraummord?

Seit gestern stehen Christian F. (44) aus Dillingen und Renate V. (55) aus Homburg wegen Mordes aus Habgier vor dem Schwurgericht in Saarbrücken. Der angeklagte Mann soll im Auftrag der Frau gegen Bezahlung den 61 Jahre alten Peter Pausewang aus Kirkel mit vier Pistolenschüssen getötet und im Kofferraum eines Wagens auf einem Parkplatz in Rehlingen-Siersburg zurückgelassen haben (wir berichteten). Der Mann hat die Tat der Polizei gegenüber gestanden, die Frau bestreitet jedwede Beteiligung.

Einer ihrer beiden Verteidiger stellte gleich nach Beginn der Verhandlung den Antrag, die Anklageschrift nicht zu verlesen. Sie enthalte schwerwiegende Mängel, dadurch sei der Anspruch auf ein faires Verfahren nicht gewährleistet. Es werde etwa nicht dargelegt, wann und wo sie den Mordauftrag gegeben haben soll und auf welche Weise er übermittelt wurde. Der Antrag wurde jedoch zurückgewiesen.

Der Angeklagte Christian F. ist in Dillingen aufgewachsen, er lernte Dachdecker und machte sich später mit einem Hausmeisterservice selbständig. Mit dem Betrieb ging es wegen seines Alkohol- und Drogenkonsums bergab. Zuletzt lebte er von Gelegenheitsjobs. Nach Angaben seines Verteidigers bestätigt der Angeklagte zudem, dass er auch beauftragt worden sei, den Schwiegersohn von Renate V. zu erschießen. Er habe dafür zwar Geld bekommen, aber nichts unternommen. Auch von einem Mordauftrag an der Schwiegermutter der Mitangeklagten ist die Rede. Die alte Dame lebt in einem Heim und sollte mit einem Kissen erstickt oder einer Luftspritze getötet werden. Dieser Mordauftrag ist aber nicht Gegenstand des Prozesses.

Geldschulden mögliches Motiv

Renate V. ist deutschsprachig in Rumänien aufgewachsen, hat dort Buchhalterin gelernt und kam 1989 nach Deutschland. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und lebt mit ihren Ehemann in Homburg. Sie hat sich fortgebildet als geprüfte Finanzfachkraft und betrieb eine Generalagentur für eine Bausparkasse.
Die Art der wirtschaftlichen Beziehung von ihr zu dem Mordopfer liegen noch im Dunkeln. Jedenfalls forderte Pausewang von ihr 46.000 Euro. Als er mit Rechtsanwalt und Strafanzeige droht, wenn sie nicht zahlt, sollte er angeblich aus dem Weg geräumt werden.

Zunächst war die Polizei auf einer falschen Fährte. Im Schlafzimmer des Opfers befand sich eine Überwachungskamera. Auf der war aufgezeichnet, dass sich nach Pausewangs Verschwinden nachts Personen in seinem Haus herumtrieben. Es waren offenbar ehemalige Arbeitskollegen, die nach Diebesgut suchten.
Der Mord kam erst ans Licht, als ein Zeuge das Opfer auf einem Zeitungsfoto sah. Er kannte das Foto – die Angeklagte hatte es ihm gegeben, zusammen mit einem Foto ihres Schwiegersohnes. Er sollte beide töten, dachte aber zunächst an einen schlechten Scherz der Frau. Aber als er sah, dass es keiner war, ging er zur Polizei. 20 Jahre Freiheitsentzug drohen der Auftraggeberin, wenn sich ihre Mitschuld herausstellt – sagte der Richter. Nur bei einem Geständnis könne die Haftzeit kürzer ausfallen.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein