A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Ganztagsschule in Malstatt? Saarbrücken fehlt wohl das Geld dafür

Malstatt. Ohne Eltern und Lehrer kann er in der Schulpolitik keine Veränderungen durchsetzen. Das weiß Dezernent Erik Schrader (FDP) spätestens seit der Entscheidung in Hamburg gegen die Schulreform.

Deshalb hat Schrader bei allen Grundschulen in der Stadt Saarbrücken angefragt, wer denn Interesse an einer echten Ganztagsschule mit verpflichtendem Unterricht und Förderung bis in den Nachmittag hat. Eine davon hat ganz besonders eifrig den Finger gehoben: die Kirchbergschule in Malstatt.

„Die Ganztagsschule kann nicht von oben verordnet werden. Dafür muss es einen Schulkonferenzbeschluss geben“, sagt Schrader im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Und die Schulkonferenz, in der Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam entscheiden, hat sich für die Ganztagsschule ausgesprochen. Nun will die Stadt die Chance nutzen, dass die Jamaika-Landesregierung den Ausbau echter Ganztagsschulen fördern will. Denn davor hatte die Landesregierung auf freiwillige Ganztagsschulen gesetzt. Dort können Schüler nachmittags auch schon früher nach Hause gehen.



Bisher zwei Schulen

Bisher gibt es in Saarbrücken nur auf dem Rastpfuhl und am Brebacher Standort Wiedheck zwei echte Ganztagsschulen. Die Kirchbergschule in Malstatt soll die dritte sein. Darin ist sich der Stadtrat einig und hat einstimmig beschlossen, dass die Stadtverwaltung einen Antrag bei der Landesregierung stellt. Die hat das letzte Wort. Und sie wolle bis zum Schuljahr 2011/12 im ganzen Land nur vier weitere echte Ganztagsschulen einrichten, erklärt Schrader: „Kirchberg hat sich aufgedrängt. Das Kollegium war sehr offen.“

Zum Nulltarif ist das natürlich nicht zu haben. 1,8 Millionen Euro wird das Projekt die Stadt kosten. Der Essensbereich müsse vergrößert werden. Außerdem brauche die Kirchbergschule Platz für den so genannten „Flohzirkus“.

Dort werden nach dem Brebacher Vorbild die Erstklässler, die gerade erst aus dem Kindergarten kommen, behutsam und spielerisch auf das Schulleben vorbereitet. 250 000 Euro Personalkosten werden auf die Stadt jährlich zukommen, sagt Schrader. Für die Großinvestition werde die Stadt wohl neue Schulden machen müssen, meint der Dezernent. „Wir haben stabile Schülerzahlen. Es werden keine weiteren Schulen geschlossen. Und aus dem Schul- und Kulturetat ist das nicht zu erbringen“, betont Schrader. „Wir brauchen mehr gebundene und Freiwillige Ganztagsschulen, auch mehr Krippenplätze. Das kann aber nicht zu Lasten des Dezernats gehen.“

Eine weitere Herausforderung in der Kirchbergschule: Sie soll in vier Jahren nach und nach in eine echte Ganztagsschule umgewandelt werden: erst die Erstklässler, dann die Zweitklässler bis zu den Viertklässlern.

Doch zunächst muss jetzt das Land grünes Licht geben. Wenn das kommt, ist Schrader optimistisch, dass in Malstatt etwas Besonderes entsteht – weil Stadt, Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein