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Gaspreise im Saarland trotz Preis- Senkungen noch hoch

Die saarländischen Verbraucher müssen für Gas teilweise über 30 Prozent weniger zahlen als zu Jahresbeginn. Weitere Preissenkungen zum Start der Heizsaison im Oktober sind nur vereinzelt geplant.

Heidelberg/Saarbrücken.
Im Vergleich der Bundesländer hat das Verbraucherportal Verivox in Heidelberg deutliche regionale Unterschiede bei den Energiepreisen und Einsparpotenzialen bei Strom und Gas festgestellt. Das Saarland gehört dabei zu den teureren Regionen. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr geben demnach die Gas-Kunden in Bremen (1100 Euro) und Berlin (1104 Euro) und Niedersachsen (1126 Euro) durchschnittlich am wenigsten aus. Die höchsten Kosten fallen in Sachsen (1294 Euro) Mecklenburg-Vorpommern (1277 Euro) und Thüringen (1275 Euro) an. Im Saarland sind es demnach durchschnittlich 1262 Euro.
Auch die Einsparmöglichkeiten durch einen Anbieter-Wechsel sind regional sehr verschieden: Im Vergleich der günstigsten Tarife der lokalen Grundversorger mit den Preisen der Wettbewerber lassen sich, wenn man Angebote mit Vorauskasse nicht berücksichtigt, die Kosten am deutlichsten in Hamburg (303 Euro), Hessen (212 Euro) und Schleswig-Holstein (211 Euro) senken. „Im Saarland ließen sich im Schnitt 165 Euro bei einem Wechsel des Gasanbieters einsparen“, sagte Dagmar Ginzel von , Leiterin Unternehmenskommunikation bei Verivox.

Zum 1. September und 1. Oktober würden 196 Gasanbieter ihre Preise herabsetzen, teilte Verivox mit. Im Schnitt handle es sich um Preissenkungen von neun Prozent. Den Angaben des Verbraucherportals zufolge haben damit seit Januar insgesamt 1403 Versorger ihre Preise gesenkt: Das durchschnittliche Preisniveau sei – wegen der stark gefallenen Ölpreise – um mehr als 20 Prozent niedriger als zu Jahresbeginn. Üblicherweise folgen die Gastarife mit mehrmonatiger Verzögerung weitgehend der Entwicklung des Ölpreises. Für einen Barrel Rohöl (156 Liter) musste man im Juli vorigen Jahres Rekordpreise von mehr als 140 Dollar zahlen, Ende Dezember 2008 aber bloß noch knapp 40 Dollar.

Neunkircher zahlen weniger

Wie eine SZ-Umfrage ergab, planen oder erwägen auch im Saarland einige Versorger noch weitere Senkungen des Gaspreises. So setzt die KEW Neunkirchen die Gaspreise zum 1. Oktober um 8,2 Prozent herab. Diesen dritten Nachlass seit Januar eingerechnet seien dann die Tarife im Laufe des Jahres um insgesamt rund 32 Prozent gesunken. Der Bruttoarbeitspreis liegt von Oktober an bei 5,415 Cent pro Kilowattstunde. Bei Energis ist dagegen keine weitere Preissenkung geplant. Marketingleiter Uwe Bongers sagte: „Was andere jetzt vornehmen, haben wir bereits getan.“ Im Februar, im April und im Juli seien die Gaspreise bei Energis insgesamt um etwa 30 Prozent herabgesetzt worden. Der Bruttoarbeitspreis beträgt zurzeit 5,72 Cent pro Kilowattstunde. Auch bei den Stadtwerken Merzig ist keine weitere Preisminderung vorgesehen, teilte Prokurist Wolfgang Augustin mit. Die Preise seien bereits im Januar, April und Juli herabgesetzt worden. Der Bruttoarbeitspreis beläuft sich auf 5,47 Cent. Das sind 31 Prozent weniger als im Oktober 2008.

Bei den Stadtwerken St. Wendel sind ebenfalls keine weiteren Tarifsenkungen geplant, sagte Geschäftsführer Peter Wagner. Im Laufe des Jahres wurde der Gaspreis in drei Runden um rund 30,3 Prozent vermindert. „Damit haben wir unser Potential ausgeschöpft“, sagte Wagner. Der Bruttoarbeitspreis beträgt aktuell 5,41 Cent pro Kilowattstunde. Energie Saar-Lor-Lux berät zurzeit noch über die weitere Preisentwicklung, teilte Prokurist Stefan Eichacker mit. „Wir haben in diesem Jahr schon dreimal die Preise gesenkt, insgesamt um 25 Prozent.“ Zudem habe die Energie SaarLorLux die Preise im Oktober vergangenen Jahres nicht so erhöht wie andere Energieversorger, sagte Eichacker. Die Kunden zahlen derzeit einen Bruttoarbeitspreis von 5,799 Cent pro Kilowattstunde. Bei den Stadtwerken Saarlouis stehe noch eine Entscheidung über eine mögliche Preisänderung aus, hieß es.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Homburg berät im September über eine mögliche Preisänderung. Pressesprecher Jürgen Schirra: „Es ist denkbar, dass eine leichte Absenkung beschlossen wird.“ Zwischen Januar und April sei der Gaspreis schon um 24 Prozent verringert worden. Schirra: „Wir haben alle Vorteile im Erdgasbezug an die Kunden weitergegeben.“Nach Einschätzung des Portals seien aber Preissenkungen von 20 bis 30 Prozent denkbar gewesen, wenn sich die Versorger streng an die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis gehalten hätten. der im vergangenen Sommer einen Rekordstand erreicht hatte und seitdem deutlich gesunken ist. Anders als bei den Gaspreisen stellte Verivox beim Strompreis derzeit kaum Bewegung fest.

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