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Gasschieber löst Großeinsatz aus

  Gegen 21.53 Uhr war die Stadtfeuerwehr alarmiert worden, gegen 21.57 Uhr bereits war das erste Einsatzfahrzeug vor Ort. Ein Teil der rund 80 Bewohner hatte nach den ersten Verpuffungsgeräuschen im Keller fluchtartig das Wohnheim verlassen, die restlichen Bewohner wurden von der Stadtfeuerwehr höflich aber bestimmt zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgefordert. Es bestand Explosionsgefahr, wie Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg dem Pfälzischen Merkur noch an der Einsatzstelle mitteilte. 41 Feuerwehrleute waren mit zehn Fahrzeugen, darunter der großen Drehleiter, zum Einsatzort beordert worden. Von mehreren Anrufern, die sich bei der Rettungsleitstelle Landau meldeten, war der Störfall mit heftigen Detonationen (Verpuffungen) gemeldet worden.

„Das laute Knallen haben wir noch bei unserem Eintreffen wahrgenommen“, schildert der stellvertretende Stadtfeuerwehrinspekteur Frank Theisinger die Situation, wie sie die ersten Helfer nach der Erstalarmierung auf dem Kreuzberg vorfanden. Die Heizungsanlage im Wohnheim war schnell als Störort lokalisiert, Gasgeruch wies zudem den Weg. Theisinger: „Wir vernahmen zudem ein Zischen von ausströmendem Gas, deshalb war schnelles Handeln geboten.“

Das Evakuieren der restlichen Heimbewohner verlief parallel zu den Hilfsmaßnahmen im Heizungsbereich. Wer nicht vorübergehend bei anderen Studienkollegen Unterschlupf fand, suchte sich einen Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite und beobachtete den Einsatz der Feuerwehrkräfte. Nach gut 60 Minuten war gegen 23 Uhr der Aufenthalt unterm Nachthimmel bei frischen Temperaturen beendet, wurden die Wohnungen wieder zur Rückkehr freigegeben. Die Feuerwehrleute hatten während des Einsatzes die Luft untersucht und konnten zum Schluss kein Gas-Luftgemisch mehr feststellen, das eine Explosion hätte auslösen können. Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg, Einsatzleiter vor Ort: „Wir hatten zudem Messungen in den gesamten Treppenaufgängen vorgenommen, denn das Erdgas ist leichter als Luft, hätte also auch innerhalb des Wohnheims hochsteigen können. Doch alle Ergebnisse waren negativ.“ Die abgeschaltete Heizung konnte übrigens in der zum Montag nicht mehr in Betrieb genommen werden. „Das ist alles noch mal gut gegangen“, so Schmieg am Ende des Einsatzes. Dieser lobte vor allem die große Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute auch im Hinblick auf die tragischen Ereignisse im pfälzischen Harthausen (wir berichteten).
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