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Geborgenheit für Heimkinder: Regionalverband sucht Pflegefamilien

„Es wäre schön, wenn es mehr Pflegefamilien gebe, dann müssten weniger Kinder ins Heim“, wünscht sich Nicole Weiser, selbst Pflegemutter eines mittlerweile vierjährigen Jungen. Dieser Wunsch wird auch von den Mitarbeitern des Jugendamtes geteilt. Um die 320 Kinder befinden sich derzeit im Regionalverband dauerhaft in einer Pflegefamilie. Rund 40 junge Kinder zwischen null und sechs Jahren sind außerdem laufend in sogenannten Bereitschaftspflegefamilien: Dort sind sie die erste Zeit, nachdem sie aus den unterschiedlichsten Gründen von ihren leiblichen Eltern getrennt wurden. Egal ob auf Dauer oder auf Zeit: Der Regionalverband sucht weitere Pflegefamilien.

Wie Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) sagte, sei gerade für kleine Kinder eine möglichst normale Familiensituation enorm wichtig: „In den Heimen wird tolle Arbeit geleistet, aber die Familie kann dort nicht ersetzt werden. Wir brauchen mehr Pflegefamilien, die den Kindern die Liebe und Sicherheit geben, die sie in ihren Herkunftsfamilien nicht bekommen haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Jugendamtes geben ihnen die nötige Unterstützung dafür.“

Das kann Nicole Weiser bestätigen. Die 35-Jährige hat sich vor vier Jahren mit ihrem Mann dafür entschieden, zusätzlich zu ihrer Tochter ein Pflegekind aufzunehmen. „Wir haben dann einen Kurs im Jugendamt absolviert, bei dem wir in sehr offener und positiver Atmosphäre auf die kommenden Aufgaben vorbereitet wurden.“

Im Mai 2011 war es dann soweit: Ein 11 Monate altes Pflegekind kam als neues Mitglied in ihre Familie. Vater und Mutter des Kindes sind krank, das Gericht habe sie als erziehungsunfähig eingestuft. Der Kontakt zwischen Pflegekind und leiblichen Eltern muss aber möglichst aufrechterhalten werden.

Das war am Anfang sehr schwierig: „Bei den Besuchskontakten im Jugendamt haben die Eltern sehr an dem Kleinen gezerrt. Der war dann für den Rest des Tages völlig aufgekratzt und hat fast nur noch um sich geschlagen.“ Nicole Weiser hat mit der Mitarbeiterin des Jugendamtes über dieses Problem gesprochen, und gemeinsam haben sie eine gute Lösung gefunden. Jetzt kann jeweils Vater oder Mutter das Kind im Jugendamt treffen. „Seitdem läuft das richtig gut und unser Kleiner freut sich auch auf diese Besuche“, sagt Weiser.

Jedes Jahr vermittelt das Jugendamt des Regionalverbandes nach eigenen Angaben 20 bis 30 Kinder dauerhaft in Pflegefamilien. Neben dem monatlichen Pflegegeld zahlt der Regionalverband auch eine Erstausstattung und weitere notwendige Hilfen. Vor allem stehen die Fachkräfte des Jugendamtes als ständige Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zur Verfügung.

Das Jugendamt sucht ständig Familien wie die Weisers, die einem Kind aus schwierigen Verhältnissen eine gute Entwicklung ermöglichen: „Er ist ein sehr lebendiger, wissbegieriger Junge. Ihn bei uns aufzunehmen, war die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Und vielleicht nehmen wir irgendwann auch noch ein weiteres Pflegekind auf.“ red

Informationsabend zum Thema Pflegeeltern und Pflegekinder am Dienstag, 15. Juli, um 18 Uhr im Saarbrücker Schloss. Anmeldung unter Tel. (06 81) 5 06 51 12 oder per E-Mail an jugendamt-pflegekinder@ rvsbr.de

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