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Gedankenfreiheit für die Architekten

Saarbrücken. In der Saarbrücker Innenstadt gibt es eine extrem hohe Dichte an kulturellen Einrichtungen. Doch das städtebauliche Umfeld wird diesen Kulturorten nicht gerecht. So lautete das Fazit, mit dem Rena Wandel-Hoefer ihren Bericht über die Planungswerkstatt „Orte der Kultur in der Stadt“ einleitete. Im Kulturausschuss sprach die Baudezernentin vergangene Woche über die Planungswerkstatt, zu der im Januar diejenigen Architekturbüros eingeladen worden waren, die sich am Wettbewerb „Stadtmitte am Fluss“ beteiligt hatten.
 
„In der Planungswerkstatt wurde das Umfeld der Kulturmeile untersucht, also das Gebiet zwischen Bismarck- und Wilhelm-Heinrich-Brücke, das sich im Norden bis zum Landwehrplatz erstreckt“, so Wandel-Hoefer. Museen, Galerien, mehrere Theater und Kinos, Musikhochschule und Musikschule und viele weitere Kulturorte markierten die Architekten in ihren Stadtplänen, um dann das „Drumherum“ unter die Lupe zu nehmen und Visionen für eine bessere Gestaltung zu entwickeln. Dabei habe ausdrücklich „Gedankenfreiheit“ geherrscht, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, „ganz neu nachzudenken“, erklärte Rena Wandel-Hoefer. So entstand unter anderem die Idee, das Gebäude des Finanzamtes am Stadtgraben zum Teil abzureißen, um von der City einen freien Blick auf die Saaranlagen und das gegenüberliegende Flussufer zu ermöglichen. Der verbliebene Gebäudeteil des Finanzamtes könnte als Wohnraum genutzt werden, so Wandel-Hoefer. Schließlich befände sich das Gebäude nach der Vollendung von „Stadtmitte am Fluss“ in einer „1-A-Lage“. Sein ursprüngliches Gesicht könnte der Tbilisser Platz vor dem Staatstheater wieder erhalten, wenn man – wie von den Werkstatt-Teilnehmern vorgeschlagen – die Alte Brücke wieder vollständig freilegen würde. „Die Alte Brücke ist etwa zwei Mal so lang, wie wir sie jetzt kennen“, erklärte Rena Wandel-Hoefer. 1938 sei ein Teil der Brücke auf St. Johanner Seite aufgeschüttet worden, um den ursprünglich leicht schrägen Theatervorplatz einzuebnen.

Als „denkbar und realisierbar“ bezeichnete die Baudezernentin eine Umgestaltung der Bleichstraße, die ihrer Funktion als Verbindungsstraße vom Nauwieser Viertel zu Kulturorten wie Musikhochschule, Staatstheater und Moderne Galerie „alles andere als angemessen“ gestaltet sei. In der Planungswerkstatt entstanden Skizzen, die die Bleichstraße als Allee zeigen. Zu einem „wirklichen Quartiersplatz“ könnte nach Auffassung von Rena Wandel-Hoefer der Platz vor der Schillerschule gegenüber der Modernen Galerie werden. Hier brauche man nur die Hecken und die Einzäunung zu entfernen, um einen einladenden öffentlichen Platz zu schaffen. Alexandra Raetzer 
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