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Gedenken in Saarbrücken an die Bombennacht am 5. Oktober 1944

Am späten Abend des 5. Oktober 1944 erlebte Saarbrücken die tragischste Stunde seiner Geschichte. Hunderte britische Bombenflugzeuge nahmen die Stadt unter Dauerbeschuss. Nicht alle Familien hatten es vor der Katastrophe in die Bunker geschafft, und so waren 361 Tote zu beklagen; über 45 000 Menschen wurden obdachlos, weil Bomben und Feuer die Häuser zerstört hatten. Vom Angriff war vor allem Alt-Saarbrücken betroffen, aber auch St. Johann, Burbach und Malstatt.

Vor zehn Jahren, also zum 60. Jahrgedenken an das Kriegsereignis, ließ die Stadtverwaltung von Saarbrücken am Abend des 5. Oktober die Sirenen heulen; überall läuteten die Glocken mehrere Minuten lang. In diesem Jahr ist derlei nicht vorgesehen.

Was aber nicht heißen soll, dass keine angemessene Möglichkeit besteht, sich des Datums erneut zu erinnern.

Der Saarbrücker Architekt Klaus Krüger beispielsweise, der die Bombennacht als damals 14-Jähriger überlebte, tut dies mit einem Besuch der barocken Ludwigskirche. Auch sie war am 5. Oktober 1944 stark zerstört worden, nur die Grundmauern standen noch.

Exakt 70 Jahre später, an diesem Sonntag um 17 Uhr, wird dort in einem Gottesdienst Ulrich Seibert aus Freisen in seinen Dienst als Kreiskantor des Kirchenkreises Saar-West und als Kantor der Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken eingeführt. Bei diesem Einführungsgottesdienst wird auch über den 5. Oktober 1944 gesprochen – und nicht nur Klaus Krüger findet, dass diese Stunde einen Besuch in der Kirche wert ist. Der Weihespruch der Ludwigskirche lautet übrigens: „Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang – denn ich will sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht geringer.“ (Jeremia 30, 19).
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