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Gefährliches Trinkspiel auf Facebook im Umlauf

Ein junger Australier paddelt mit seinem Surfbrett in eine Welle. Er zieht eine Dose Bier aus dem Neoprenanzug hervor und trinkt sie mit einem Zug leer – während er die Welle abreitet. Anschließend lädt er dieses Video ins soziale Netzwerk Facebook und fordert drei Freunde auf, dasselbe zu tun. 24 Stunden haben die Herausgeforderten Zeit, mit einem Video zu antworten und neue Leute zum Mitmachen zu animieren. Neknominierung nennt sich dieses Spiel, das derzeit die Facebook-Gemeinschaft in Aufregung versetzt. Der Name leitet sich aus der Aufforderung „Nek your drink, nominate another“ („Exe dein Getränk und nominiere einen anderen“) ab. Der aus Australien stammende Trend hat sich rasend schnell verbreitet. Mittlerweile gibt es bei Facebook schon Tausende Videos, die Menschen beim Leeren einer Bierdose zeigen.

Auch in Deutschland ist der Trend bereits angekommen, und er hat sich weiterentwickelt. War es anfangs lediglich Ziel, das alkoholische Getränk auf möglichst originelle Weise wegzukippen, kommt es mittlerweile auf weitaus mehr an: Gefährlich soll die Trinkaktion wenn möglich auch noch sein.

Auch der bayrische Bürgermeisterkandidat Tobias Kalbitzer beteiligte sich. In Unterhosen und Sakko kippt er ein Bier und fordert Freunde zum Mitmachen auf. Doch statt Gefälltmir- Angaben, hagelte es Kritik.

Denn längst ist der Trend kein harmloses Spiel mehr. In Irland hat er bereits zwei Todesopfer gefordert. In Dublin soll sich ein 22-Jähriger an dem Trinkspiel beteiligt haben und an den Folgen gestorben sein. In Carlow sprang ein 19-Jähriger in einen Fluss, nachdem er das Bier geleert hatte und ertrank. „Das Ganze ist ein Mobbing Spiel geworden“, sagte der Bruder des jungen Mannes. Wer nicht mitmacht, werde als Feigling beschimpft.

Die Facebook-Verantwortlichen halten diese Meinung für übertrieben. Sie sehen keinen Grund dafür, das Spiel zu beenden: Der Trend verbreite sich auch über andere Internetseiten. Nach Facebook Richtlinien werden Inhalte gelöscht, wenn sie Gewalt propagieren oder Mobbing stattfindet. Das sei bei den Trinkvideos nicht der Fall, so ein Facebook-Sprecher.

Weitaus kritischer sehen das die Leser der SZ-Facebookseite. „Kein Facebook-Nutzer brauch so ’nen Schmarn“, schreibt Melanie B. und Erik M. stimmt ihr zu, dieses Trinkspiel fände niemand cool.

Das sehen viele Mitglieder der Facebook-Gemeinschaft so und starten daher Gegenbewegungen. Dabei filmen sich Menschen bei einer guten Tat und fordern Freunde auf, ebenfalls Gutes zu tun. Diese Art von Nominierung sei wenigstens nützlich meint SZ-Leser Yannick W.: „Fand die Leute genial, die nominiert wurden und dann daraus ’nen anderes Nominieren- Spiel gemacht haben.“

So, wie Facebook-Nutzer Ludwig aus Bayern, der ebenfalls zum Bier-Trinken aufgefordert wurde. Zunächst setzt der Mann die Flasche auch an, stellt sie dann aber ab und meint: „Ich hab mir gedacht, da kann man auch was anderes draus machen.“ Anschließend hält er eine Quittung in die Kamera, die bescheinigt, dass er 5 Euro an die Kinderkrebshilfe gespendet hat. Dann fordert er drei weitere Freunde auf, zu spenden und sagt: „So bewegt man etwas Positives.“

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