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Gefahr: Von Pilz befallene Eschen werden gefällt

Er ist winzig, nicht mehr als ein Punkt auf einem dünnen Ästchen. Sein unverfänglicher Name: Falsches Weißes Stängelberchen, auf Latein Chalara fraxinea. Die Gefahr, die von dem Pilz ausgeht, ist jedoch groß. Er tötet Eschen. Winfried Lappel, Experte beim Umweltministerium, erklärt an der Landstraße 134 zwischen Primstal und Selbach, wie der Pilz das macht.

Er befällt die Blatttriebe, frisst sich von den Kronen der Bäume weiter bis in den Stamm und die Wurzeln. Die Eschen haben dem aus Asien eingeschleppten Parasiten nichts entgegenzusetzen. Sie gehen fast alle zugrunde. Und das manchmal recht schnell. Das sieht man an der Landstraße am Sengert genau. Dort tragen viele Bäume noch Blätter. Nicht so die Eschen. Ihre Baumkronen sind kahl. Und das hat Folgen. Denn das eigentlich zähe und biegsame Holz ist brüchig. „Es kann bei Wind und Schnee ohne Vorwarnung brechen“, erklärt Mathias Busch, Geschäftsbereichsleiter beim Landesbetrieb für Straßenbau. Deshalb hat die Beseitigung der stark befallenen Eschen an den Straßenrändern für den Landesbetrieb Vorrang.
 

Ein landesweites Problem

Das erste Projekt an der Landstraße zwischen Primstal und Selbach läuft. 76 Eschen, so Busch, müssen gefällt werden. Landesweit sind es aber viel mehr. Mathias Busch geht von 6500 befallenen Eschen entlang der Straßen des Landes aus, davon sind etwa 1700 Einzel- oder Alleebäume. Die anderen stehen am Straßenrand. Die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenbau haben gemeinsam mit Baumexperten des Saarforsts und des Landesamtes für Umwelt- und Artenschutz eine Bestandsaufnahme gemacht. Gegenüber des Vorjahrs hat sich demnach der Zustand der Bäume vielerorts verschlechtert. An zehn Straßenabschnitten im Land werden deshalb Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig. Das heißt, stark gefährdete Bäume müssen gefällt werden. Busch unterstreicht aber auch, dass zuvor jeder Baum untersucht werde.

Die Esche gehört im Saarland zu den Hauptbaumarten. Sie wurde auch an Alleen gepflanzt, macht dort etwa 30 Prozent der Bäume aus. Ob die Baumart die Bedrohung durch den Pilz überhaupt überstehen kann, ist fraglich. Die Esche sei in ihrem Bestand existentiell bedroht, sagte Winfried Lappel. Etwa drei Viertel aller für den aktuellen Waldschadensbericht des Landes untersuchten Eschen waren schon infiziert. Die ursprüngliche Heimat des Pilzes ist laut Umweltministerium Japan. Als Auslöser des Eschentriebsterbens ist das Falsche Weiße Stängelberchen mittlerweile in 22 europäischen Ländern nachgewiesen.

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