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Gegen Gewalt und Drogen: Marpinger helfen Kindern in brasilianische Favelas

Thomas Alt (stellvertretender Schulleiter, von links nach rechts), Martina Pape, André Hinsberger, Vera Heintz wollen den brasilianischen Kindern helfen. Foto: Markus Mörsdorf/Schule

Thomas Alt (stellvertretender Schulleiter, von links nach rechts), Martina Pape, André Hinsberger, Vera Heintz wollen den brasilianischen Kindern helfen. Foto: Markus Mörsdorf/Schule

„Kinder, die zu uns kommen, haben bisher gelernt zu überleben. Bei uns lernen sie, wie man lebt“, sagt Dagmar Garroux. Im Jahre 1994 gründete sie im brasilianischen São Paolo ein Haus für Straßenkinder und gab ihm den Namen „Haus des kleinen Joseph“, „Casa do Zezinho“, der brasilianischen Bezeichnung für Findelkinder. Ihr Ziel war es, den Straßenkindern in dieser Millionenmetropole eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Aufgrund der geringen staatlichen Unterstützung war sie von Anfang an auf Spenden angewiesen, um ihr Projekt finanzieren zu können.

Sechs Jahre nach der Gründung kam der junge Marpinger André Hinsberger während eines Brasilienaufenthaltes in Kontakt mit dem Casa do Zezinho, war fasziniert von der Idee und blieb sogleich in São Paulo, um die Arbeit des Kinderhauses aktiv zu unterstützen. Als Sohn des ehemaligen Schulleiters der Gesamtschule Marpingen , Edmund Hinsberger, initiierte er sogleich eine Partnerschaft mit der Marpinger Schule, die nun seit 13 Jahren den Ausbau des Kinderhauses begleitet.

Bei jedem Besuch in der alten Heimat schaut André immer in seiner Partnerschule vorbei. So auch zu Beginn dieses Jahres. Martina Pape und Vera Heintz, Lehrerinnen an der Gemeinschaftsschule Marpingen und Leiterinnen des Projektes zum Casa do Zezinho, luden André sowie die sich im Projekt engagierenden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5, 6 und 8 zu einer Feier in die Aula der Gemeinschaftsschule ein. Hierbei berichtete André von den für Europäer unvorstellbaren Lebens- und Lernbedingungen in den Favelas von São Paolo: unhygienische Verhältnisse, Krankheiten, Drogenkriminalität , häusliche Gewalt, fehlende Lebensperspektiven, da unzureichende bis keine schulische Ausbildung.

Mit den Spenden werde die medizinische Versorgung mitfinanziert, werden unter anderem Eltern-Kinder-Projekte unterstützt. Gerade diese Projekte erweisen sich, so André Hinsberger, als sehr erfolgreich, können so auch die Erwachsenen in das Kinderhaus mit eingebunden werden. Es entstehe ein Ort, an den häusliche Gewalt durch gemeinsames Arbeiten und Weiterbilden ersetzt werde. So schaffe man eine nachhaltige Verbesserung der Lebenseinstellung und ein Engagement für die eigene Favela, um sie zu einen lebenswerten Ort weiterzuentwickeln.

Dies sei nur eines von zahlreichen Beispielen, wie sich das Kinderhaus mit den Marpinger Spenden allmählich zu einem Stadtteilzentrum weiterentwickelt. Die Marpinger Schüler haben im vergangenen Jahr regelmäßig in den Pausen Kuchen und fair gehandelte Waren in der Aula angeboten. So erwirtschafteten sie rund 1000 Euro. Diese Summe stockte die Marpinger Schülervertretung noch um 500 Euro aus dem Spendenlauf auf, sodass André Hinsberger mit einer Spende von 1500 Euro der Marpinger Freunde zurück nach Brasilien reisen kann.
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