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Gegen die Plage: In Homburg ist das Taubenfüttern verboten

Für die einen sind Tauben Symbol des Friedens, für die andere schlicht „Ungeziefer der Lüfte“. Kaum ein in Städten und Gemeinden heimisches Tier polarisiert so. Doch ganz gleich, welche Meinung man auch vertritt, eines ist wohl jedem klar: Tauben verursachen Dreck, jede Menge Dreck. Und der kann auch durchaus gesundheitsschädlich sein. Deswegen hat sich die Homburger Stadtverwaltung nun zur Aufgabe gesetzt, der Taubenschar sowohl am Forum als einem der großen Aufenthaltsbereiche in der Stadt, als auch in der City, selbst Grenzen zu setzen (wir berichteten).

Im Bereich des Rathauses habe man, so Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff, mit einem Volumen von rund 20 000 Euro umfangreiche Säuberungsmaßnahmen durchgeführt und zusätzlich Plätze, an denen sich Tauben am verschachtelten Gebäude bislang aufhielten, mit Netzen und Nagelreihen unzugänglich gemacht.

In der Verwaltung verantwortlich für die Maßnahmen ist Heike Bauer, eigentlich in der Personalabteilung tätig, aber auch für den Bereich Arbeitsschutz zuständig. Sie verdeutlichte, dass das Vorgehen gegen die Tauben sich nicht nur auf den unmittelbaren Bereich des Forums konzentriere, sondern natürlich auch die Innenstadt umfasse, hier vor allem den Bereich Tal-Zentrum und Christian-Weber-Platz. Dort werde die Stadt mit ihrem Ordnungsdienst verstärkt gegen die vorgehen, die gezielt Tauben fütterten. Dabei gehe es durchaus darum, mit Augenmaß vorzugehen, ergänzte Kruthoff. So werde man nicht gleich mit einem Bußgeld aktiv, wenn eine Oma mit ihrem Enkelchen ein paar Brotreste verfüttere, „da wird es bei einem ernsten Hinweis bleiben. Aber es gibt auch Menschen, die gezielt und mit speziellem Futter Tauben versorgen“. Die müssten dann schon mit einem Bußgeld rechnen, das könne zwischen 35 und 100 Euro liegen.

Grundsätzlich sei es nicht einfach möglich, so Heike Bauer, einer echten oder angenommenen Taubenplage mit der Tötung der Tiere zu begegnen. Dies bedinge aufwendige Gutachten und eine entsprechende Sondergenehmigung des Landes-Veterinäramtes oder des Landesamtes für Umwelt und Arbeitsschutz. So seien derzeit nur passive und vorbeugende Maßnahmen möglich, um die Tauben unter Kontrolle zu halten – auch mit einem Eingriff in deren Fortpflanzung . Dazu unterhalte, wie Jürgen Kruthoff gestern erläuterte, die Stadt ein eigenes Taubenhaus auf dem früheren Rathaus an der Kaiserstraße 41. Dort könnten die Tiere brüten – ein städtischer Mitarbeiter tausche aber regelmäßig die eigentlichen Eier gegen solche aus Gips aus. Allein im vergangenen Jahr hätten die ahnungslosen Tiere so ihre Zeit auf 300 unechten Eiern verbracht.

Überlegt wird nun, ein zweites Taubenhaus auf dem Dach des Forums einzurichten, um auch dort steuernd in die Fortpflanzung der Tiere einzugreifen. Ein wesentlicher Faktor im erfolgreichen Vorgehen gegen die Tauben sei aber das Verhalten der Bürger. Heike Bauer: „Die Population kann wirklich dezimiert werden, wenn man die Menschen davon überzeugen kann, nicht zu füttern.“ Und dieses Überzeugen kann im Zweifelsfall auch mit einem Bußgeld geschehen.

 

Zum Thema:

In den vergangenen Jahren sorgten Tauben vor allem im Bereich des Tal-Zentrums für massive Belastungen. Zwischenzeitlich haben dort viele Ladeninhaber Nischen in den Bereichen zwischen Fassade und Dach für Tauben unzugänglich gemacht oder mit Nagelreihen versperrt. Immer noch ein Problem sind Bürger, die vor allem im Bereich des Christian-Weber-Platzes gezielt Tauben füttern. Hier will die Stadt verstärkt kontrollieren. thw
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