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Geheime Uran-Transporte rollen durchs Saarland

Symbolfoto.

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Sie sehen aus wie normale Güterzüge . Doch die Fracht, die die Container auf den Zügen enthalten, ist gefährlich. Und radiokativ: Urankonzentrat, das zur Anreicherung von Hamburg nach Südfrankreich transportiert wird. Nach Recherchen der Zeitung „Trierischer Volksfreund“ fahren regelmäßig Urantransporte von Hamburg über Köln, Bonn, Koblenz, Cochem, Wittlich , Trier , Saarburg und Saarbrücken nach Frankreich. Ein Insider berichtete gegenüber der Zeitung von zwei bis fünf Transporten pro Monat. Auch in der vorigen Woche soll ein Zug mit 17 Containern, die Uran aus Kasachstan geladen hatten, durch die Region gerollt sein, wie die Grünen in Rheinland- Pfalz mitteilten.

Die für den Katastrophenschutz vor Ort zuständigen Kreisverwaltungen in Rheinland-Pfalz und die Stadt Trier sind nicht über die Transporte informiert gewesen, wie die Zeitung berichtet. Bei den saarländischen Landkreisen waren gestern Abend nach Bekanntwerden der Transporte zunächst keine Auskünfte zu erhalten. Das Urankonzentrat ist nicht nur wegen seiner Radioaktivität gefährlich: Wenn es mit Luft in Kontakt kommt, reagiert es zu der giftigen und ätzenden Verbindung Uranylfluorid und zu Fluorwasserstoff. Im rheinland-pfälzischen Innenministerium in Mainz gibt man sich zugeknöpft. Dort wollte gegenüber der Zeitung niemand bestätigen, dass die Uranzüge quer durch das Land fahren. Nach Angaben des Blattes ist das Ministerium aber über jeden die Landesgrenze überquerenden Zug informiert.

Die Bundespolizei , die für die Sicherung der Bahnanlagen zuständig ist, sei jederzeit über den aktuellen Standort der Züge informiert, sagte ein Bundespolizei- Sprecher in Trier . Gesondert bewacht würden die Transporte aber nicht. Die Züge fahren stets durch Wittlich , Trier und Konz . Von dort fahren sie entweder über Perl an der Mosel oder an der Saar entlang über Mettlach, Merzig, Dillingen, Saarlouis in Richtung Saarbrücken nach Frankreich. Luxemburg ist für die gefährliche Fracht tabu. Wie ein Mitarbeiter der dortigen Strahlenschutzbehörde der Zeitung mitteilte, erhalten die Transporte dort weder auf der Straße noch auf der Schiene eine Genehmigung. Nach Angaben von Atomkraft- Gegnern hat der Zug mit 17 Containern Urankonzentrat (insgesamt rund 500 Tonnen) am Montag vor einer Woche den Hamburger Hafen verlassen.

Dort sollen die Container zwei Tage zuvor von dem Frachtschiff „Sheksna“ über den Nord-Ostsee-Kanal angeliefert worden sein. Vom Hamburger Hafen aus soll der Zug dann überwiegend nachts quer durch die Republik gerollt sein. Nach Angaben der Atomkraftgegner fuhr der Transport am Mittwoch, 16 Juli, gegen 9.30 Uhr durch Trier und von dort über Konz , Saarburg und Saarbrücken nach Frankreich. Vergangenen Freitag sollen die Container dann das südfranzösische Narbonne erreicht haben. Von dort seien sie in den Vorort Malvési gebracht worden, wo der staatliche französische Atomkonzern Areva eine Urananreicherungsanlage betreibt.

Areva ist der zweitgrößter Uran-Produzent der Welt. Seine Hauptproduktionsstätten liegen in Kasachstan und im afrikanischen Niger. 2008 war es zu einem Zwischenfall mit einem solchen Transportzug gekommen. Im französischen Grenzort Apach an der Mosel, in der Nähe von Perl, wurde ein Uran-Transport aus Hamburg gestoppt, weil er überladen war. Das Uran war ebenfalls für die Anlage im südfranzösischen Narbonne bestimmt. Apach sorgte auch 1997 für Schlagzeilen, als dort ein Castor-Transport mit mehreren Atommüll-Behältern entgleiste.
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