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Geht der Saar-Bergbau nun doch weiter?

Saarbrücken/Hannover. Jetzt also doch nochmal ein Aufbäumen: Die für den Steinkohle-Bergbau zuständige Gewerkschaft IGBCE will wieder über das Förderende diskutieren.

Und zwar schon heute! Denn der Preis für Kohle auf dem Weltmarkt sei so rasant gestiegen, dass sich der Steinkohle-Abbau in Deutschland schon bald wieder lohne. Bundes-Gewerkschaftsboss Hubertus Schmoldt (63, Foto) in Hannover: "Dass sich der Kohlepreis so dramatisch in so kurzer Zeit nach oben entwickelt, hat keiner vorhergesehen." Seine Rechnung: Binnen eines Jahres verdoppelte sich der Weltpreis auf jetzt 140 Euro. In Deutschland geförderte Kohle kostet 170 Euro. Für kurzfristige Lieferungen vom Weltmarkt müsse man sogar 245 Euro hinblättern. Billigere Export-Kohle war aber der Grund, den hoch subventionierten Kohleabbau in Deutschland zu beenden. Im Saarland soll 2012 endgültig Schluss sein. Zurzeit arbeiten noch knapp 5000 Mitarbeiter an der Saar im Bergbau, die neue Jobs brauchen oder in Rente gehen. Schmoldt: "Deutschland droht eine Energielücke. Insoweit ist jede jetzt noch vorgesehene Zechenstilllegung bis zum Jahr 2012 eine vertane Chance."

Der saarländische Landesleiter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Alfred Staudt (50), unterstützt die Forderungen des Bundeschefs der Gewerkschaft IG BCE, Hubertus Schmoldt, den Kohleausstieg noch einmal zu überdenken. Wegen der weltweit gestiegenen Energiepreise seien die kohlepolitischen Weichenstellungen zu überdenken. Staudt: "Wir brauchen eine ernsthafte Diskussion über die Fortsetzung des Kohlebergbaus über das Jahr 2012 hinaus."

Hubert Ulrich (50), Chef der Grünen-Fraktion im Saar-Landtag, wehrt sich gegen eine neue Debatte, in Deutschland länger Kohle zu fördern. Er wirft der IG BCE vor, "mit manipulierten Zahlen Hoffnungen" bei den Bergleuten zu nähren.
 

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