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Geiselnehmer hielt Frau im Obdachlosen-Asyl fest

In Saarbrücken soll es im Bruder-Konrad-Haus zu einer Geiselnahme gekommen sein.

In Saarbrücken soll es im Bruder-Konrad-Haus zu einer Geiselnahme gekommen sein.

Ohne Blutvergießen ist es der Polizei gestern Vormittag im Saarbrücker Bruder-Konrad-Haus in der Fichtestraße gelungen, eine Geiselnahme zu beenden. Nach Angaben von Polizeisprecher Georg Himbert rief gegen 8.45 Uhr ein 53-jähriger Mann über Notruf bei der Polizei an und sagte, er habe eine Frau in seiner Gewalt. Er forderte demnach 10000 Euro und die Bereitstellung eines Fahrzeugs.

Erste Ermittlungen ergaben, dass der Mann bereits seit mehreren Tagen in der Einrichtung für Wohnungslose lebte und es sich bei der Geisel um eine 27 Jahre alte Sozialarbeiterin der Einrichtung des Caritas-Verbandes handelte. Der Täter war mit einem Messer bewaffnet.

Während Einsatzkräfte die Zufahrtswege zum Bruder-Konrad-Haus weiträumig absperrten, wurde auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) alarmiert. Den Beamten gelang es, telefonisch mit dem Geiselnehmer Kontakt aufzunehmen. Nach etwa 90 Minuten gab der 53-Jährige auf. Er kam vor die Tür und legte auf Aufforderung sein Küchenmesser auf den Boden. Anschließend ließ er sich, so Polizeisprecher Himbert, widerstandslos festnehmen. Das Opfer blieb unverletzt.

Der 53-jährige Täter ist der Polizei als Drogenkonsument bekannt. Derzeit befindet er sich angeblich in einer Methadon-Behandlung. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt jetzt in der Justizvollzugsanstalt in Saarbrücken in Untersuchungshaft.

Nach Mitteilung der Polizei hat es in den vergangenen drei Jahren etwa zwei Geiselnahmen im Saarland gegeben, die alle unblutig ausgegangen seien. „Dabei sind Fälle von Geiselnahmen und der Entziehung von Kindern schwer gegeneinander abzugrenzen“, sagte Polizeisprecher Himbert der SZ auf Anfrage. Die saarländische Polizei habe keine Psychologen oder Psychiater eingestellt, um in solchen Fällen Kontakt mit dem Geiselnehmer aufzunehmen oder die jeweiligen Einsatzleiter zu beraten. Es gebe jedoch etwa 20 „besonders geschulte“ Berater und Verhandler im Polizeikorps, die jederzeit einsatzbereit seien. Im gestrigen Fall im Obdachlosen-Asyl seien diese ebenfalls vor Ort gewesen. „Es geht dann darum, wie kommen wir an den Geiselnehmer heran, wie können wir mit ihm kommunizieren, um zu einer unblutigen Lösung zu kommen“, sagte Himbert. Im Spezialeinsatzkommando der saarländischen Polizei befänden sich derzeit keine dieser besonders geschulten Polizistinnen und Polizisten, so Himbert.
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