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Geld weg: Gebühr frisst Postbank-Sparbuch auf

Bous. Kürzlich fand Hans-Josef Misionry aus Bous ein altes Post-Sparbuch. Der letzte Eintrag aus dem Jahre 2005 wies ein Guthaben von 44,50 Euro auf. Der SZ-Leser-Reporter ging zu seiner Bank. Diese habe festgestellt, dass sich darauf nur noch 52 Cent befänden. Der Mitarbeiter erklärte Misionry, dass bei Sparbüchern ohne regelmäßige Einzahlung seit einiger Zeit eine monatliche Gebühr von einem Euro verlangt wird. Diese habe das Guthaben des SZ-Lesers quasi „aufgefressen“. Für Misionry eine Abzocke, die viele Sparer betreffen würde.

„Die Postbank hat zum 1. Januar 2008 ein Entgelt für lange nicht aktiv genutzte Sparkonten eingeführt“, bestätigt Uta Schaller von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Das Entgelt von einem Euro pro Monat würde jedoch nur bei Sparbüchern mit dreimonatiger Kündigungsfrist erhoben. Diese würden seit über zehn Jahren nicht mehr neu von der Bank eröffnet. Damit sei auch nur ein verschwindend kleiner Teil von 0,2 Prozent der Spareinlagen betroffen, so die Sprecherin. Schaller begründet die Gebühr, dass lange nicht genutzte Konten, die nur geringe Guthaben von unter 60 Euro aufweisen, dem Unternehmen „überproportional viele Kosten“ verursachten.

„Alle betroffenen Kunden sind von der Postbank persönlich angeschrieben und über die Einführung des Entgelts informiert worden“, betont die Mitarbeiterin. Bis zum ersten Einzug Ende 2008 hätten diese ein ganzes Jahr Zeit gehabt, um das Konto zu schließen oder umzuwandeln. Zudem könnten die Sparbücher jederzeit wieder aktiviert werden. Denn für Konten, auf denen in den vergangenen drei Jahren Ein- oder Auszahlungen getätigt wurden, falle die Gebühr nicht an. Dass einem Kunden irgendwann, wenn die Gebühren das Guthaben aufgefressen haben, zusätzliche Entgelt-Nachforderungen drohen, schließt die Sprecherin dagegen aus: „Sparkonten, die zum Jahresende ein Guthaben von null Euro aufweisen, löst die Postbank auf“.

Auch andere Kreditinstitute würden diese Gebühren erheben. Jedoch erklärt Bernd Heinrichs, Sprecher der Sparkasse Saarbrücken, dass es bei seinem Unternehmen solche Kosten nicht gebe. Kritisiert wird die Vorgehensweise der Postbank auch von Verbraucherzentralen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Hans-Josef Misionry aus Bous. Haben auch Sie Spannendes zu erzählen und sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles per E-Mail an leser-reporter@sol.de oder über unser Onlineformular unter www.saarbrucker-zeitung.de/leserreporter.
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