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Geldmangel gefährdet laufende Film-Projekte an der Saar

Von SZ-Mitarbeiter Wulf Wein

Saarbrücken. Der Direktor der Landesmedienanstalt Saar (LMS), Gerd Bauer, sagt: „Das hat unsere Planungen über den Haufen geworfen.“ Er meint damit die Bemühungen der LMS, gemäß den Vorgaben des Landesmediengesetzes etwas für das Saarland als „Filmland“ zu tun. In einer Broschüre der Filmförderung Saarland (FFS), die 2009 als Dachgesellschaft von Saarland Medien und der Saarland Film Commission (SFC) gegründet wurde und deren Geschäftsführer Bauer ist, heißt es optimistisch, man sei „auf dem Weg zum Filmstandort“. Ob das so bleibt, ist unklar, weil es an Geld mangelt.

Die FFS soll das bündeln und koordinieren, was Saarland Medien (SLM) seit 1998 in Sachen Medienstandortförderung und die Saarland Film Commission (SFC) seit 2008 als zentrale Servicestelle für Filmschaffende leisten. Die SLM unterstützt Filmproduktionen, die einen inhaltlichen oder organisatorischen Bezug zum Saarland oder zur Saar-Lor-Lux-Region haben. Daneben fördert sie beispielsweise das Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken und kommunale Kinos im Saarland. Die SLM ist zudem Projektträger des „Location Guide Großregion“, der im Internet attraktive Filmmotive vorstellt (www.location-guide.eu). Die SFC assistiert Filmproduzenten bei der Rekrutierung ihrer Teams und hilft, bei Drehgenehmigungen. In Zusammenarbeit mit ihr entstanden im Saarland zwei Folgen der ARD-Serie „Pfarrer Braun“ mit Ottfried Fischer.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben stehen SLM und SFC in diesem Jahr zusammen rund 660.000 Euro zur Verfügung. Bei beiden Gesellschaften droht 2011 allerdings eine Deckungslücke. Bei der SFC fallen aufgrund der Sparmaßnahmen Landesmittel in Höhe von 90.000 Euro weg; bei der SLM läuft die Förderung des Location-Guide-Projekts durch die Europäische Union (EU) zur Jahresmitte 2011 aus. Bislang steuerte die EU dafür gut 100.000 Euro bei. Dazu heißt es in einem Rechenschaftsbericht von SLM-Prokurist Uwe Conradt, die SFC als Ganzes und die Fortführung des Location Guides seien „akut gefährdet“. Bei der SFC wurde wegen der Einschnitte der Vertrag der Projektleiterin nicht verlängert. Bauer, Conradt und die FFS-Koordinatorin Susanne Jacob erklären gegenüber der SZ, trotz aller Probleme weiter zu machen, notfalls erst einmal „mit halber Kraft“. Zumal man bislang „durchaus erfolgreich“ gewesen sei, wie Bauer sagt. Neben der erwähnten TV-Produktion gab es inzwischen schon mehrere Dreh-Anfragen ausländischer Filmemacher (unter anderem aus Indien). Und am Wochenende werden im Saarland Szenen für den UFA-Cinema-/Frisbee-Film „Niemandsland“ gedreht. Die Regie bei dem Streifen, der eine Geschichte um Liebe, Freundschaft und Verrat aus den letzten Jahren der DDR bis hin in die erste Zeit nach der Wiedervereinigung erzählt, führt Studenten-Oscar-Gewinner Toke Constantin Hebbel.

Die Hauptrollen sind mit August Diehl, Alexander Fehling, Ronald Zehrfeld und Phuong Thao Vu besetzt. Die SLM fördert den Film mit 50.000 Euro. Deshalb gibt es zusätzlich zu dem zweitägigen Vorort-Dreh später auch eine regionale Erstaufführung in einem saarländischen Kino. Die UFA Cinema GmbH will darüber hinaus prüfen, ob sich bei künftigen Filmprojekten „Produktionen oder Teile von Produktionen im Saarland realisieren lassen“. So hieß es in der Beschlussvorlage für den Medienrat, der im September der Förderung zustimmte.

Grundsätzlich hält man bei der LMS an dem Vorhaben fest, durch die Förderung der „Kreativwirtschaft Film“ Impulse für den Strukturwandel im Land zu setzen. Angedacht ist eine Filmförderung, die auf das Förderinstrument des Deutschen Film Förderfonds aufsetzt und in erster Linie Großproduktionen betreffen würde. Mit 250.000 Euro jährlich zusätzlich (150.000 Euro für direkte Förderung, 100.000 Euro für das Projekt an sich sowie für die Fortführung des Projekts Location Guide und der Saarland Film Commission) könnten fünf Millionen Euro Film-Produktionsvolumen „ins Saarland gelenkt“ werden. Dieses Geld sei gut angelegt, weil es sich „über Steuern, Arbeitsplätze, Image und Tourismusförderung mehr als bezahlt machen wird“, meint Bauer.



Auf einen Blick

Sieben Produktionen förderte die Saarland Medien GmbH (SLM) 2010 mit 70.000 Euro: Den Animationsfilm „Totris“ von Marvin Brendel über einen Schüler, der Amok läuft (4000 Euro). Den skurrilen Kurzfilm „Last Call – kein Frieden in Sicht“ von Ralf Weber aus Saarbrücken (4000 Euro). Margrit Meyndt Film „Eigentlich gut“ über einen Mann, der seiner großen Liebe nachhängt (12.000 Euro).
Sebastian Voltmer erhielt 12.000 Euro für seine Doku „Die Musik rettete mein Leben“ über den Saarbrücker Komponisten Rudolf Strassner. Die Saarbrücker Filmemacherin Barbara Wackernagel-Jacobs erhielt 8000 Euro Zuschuss zu ihrem Dokumentarfilm über den Merziger Schriftsteller Gustav Regler, den sie mit Boris Penth drehte. 9900 Euro gab es für „Der Mann im Koffer“ von Frédérique Veith. 20.000 Euro zuschuss erhielt die Doku „Von Kutzhof nach Bandô – wenn Feinde Brüder werden“.
Brigitte Krause erzählt die Geschichte von Hans-Joachim Schmidt, der auf seinem Speicher in Kutzhof Fotos und Briefe eines saarländischen Soldaten findet, der während des 1. Weltkrieges über fünf Jahre in japanischer Kriegsgefangenschaft war. esb

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