L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Gemeinderat debattiert über neues Feuerwehrauto

Marpingen. Ein sensibles, unter gewissen Umständen gar heikles Thema, genau dann, wenn sich Kommunalpolitiker mit der örtlichen Feuerwehr befassen und sich der Spardruck auch auf diese Institution auszuwirken droht. So geschehen im Marpinger Gemeinderat. Der sollte beschließen, dass die Wehr ein neues Auto bekommt. Und zwar ein Tanklöschfahrzeug. Geschätzter Preis: 340 000 Euro.

Das brachte Peter Keßler auf die Palme. Der CDU-Fraktionschef unmissverständlich: „340 000 Euro haben wir nicht. Wir brauchen Alternativlösungen. Vielleicht können wir uns Gebrauchtfahrzeuge anbieten lassen.“

Kurz vorher hatte Bürgermeister Werner Laub (SPD) informiert, dass es wohl keinen Zuschuss vom Landkreis St. Wendel gebe. „Uns wurde signalisiert, dass wir die beantragten 120 000 Euro nicht bekommen.“ Der Kreistag hatte beschlossen, die Zuschüsse für die Feuerwehren in den Gemeinden zu streichen (wir berichteten). Damit bliebe Marpingen auf dem Gesamtbetrag sitzen, der für den neuen Wagen fällig würde. Mit Blick auf die leeren Gemeindekassen schlug der Rathauschef vor, zwar die Angebotssuche zu starten, einen anschließenden Kauf aber noch auf Eis zu legen.

Keßler intervenierte, während er sich den Fuhrpark der Marpinger Feuerwehr mit mehr als zehn Fahrzeugen ansah, der als Dia für alle Gemeinderatsmitglieder sichtbar an einer Wand projiziert wurde. Der Christdemokrat polemisch: „Ich denke nicht, dass die Feuerwehr nicht ausrücken kann , wenn es brennt, sondern dass wir nicht genug Parkplätze haben.“ Gelächter auch aufseiten der SPD.

Rückendeckung von seinem Fraktionskollegen Bernd Müller: „Ich habe fünf Wehrführern dieses Bild gezeigt. Viele beneiden uns darum.“

Keßler wieder sachlicher: „Wieso müssen wir die Ausschreibung über die Saarbrücker Berufsfeuerwehr laufen lassen? Ist unser Gemeindewehrführer nicht selbst in der Lage auszuschreiben?“ Hintergrund seiner Kritik: Roland Demke, Leitender Branddirektor der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, sollte den Auftrag erhalten, sich nach Angeboten für ein Marpinger Löschfahrzeug umzusehen. Für diese Arbeit erhalte er als Lohn laut CDU 1,5 Prozent von der Kaufsumme. Harald Schmidt, ebenfalls CDU-Fraktion: „Dann kann der Mann doch kein Interesse daran haben, billig einzukaufen, wenn er immer 1,5 Prozent vom Bruttopreis erhält.“ Schließlich stiegen so auch Demkes Einnahmen.

Laub verwies auf eine frühere Abstimmung im Gemeinderat. Die habe vorgesehen, dass ein Experte bei der Auswahl behilflich sein sollte. Daran habe sich die Gemeindeverwaltung jetzt gehalten. Bernd Müller (CDU) konterte. Er verstehe nicht, warum unzählige Kommunen im Saarland immer wieder auf Demke als sogenannten Spezialisten zurückgriffen, ohne nach Alternativen zu suchen. Müller: „Warum nehmen wir keinen aus Nordrhein-Westfalen oder, von mir aus, aus Kaiserslautern?“ Es werde immer nur eine saarländische Lösung gesucht.

Laub entgegnete, es gebe keinerlei zwingende Gründe, auf den Saarbrücker Berufsfeuerwehrmann zurückzugreifen. Es könne durchaus ein anderer Fachmann zurate gezogen werden. „Ich habe kein Problem, einen anderen zu holen.“

Und Germann Eckert, zwar für die SPD im Rat, fühlte sich aber als Gemeindewehrführer ebenso angesprochen und verteidigte: „Ich bin der Meinung, wir können selbst ausschreiben.“ Gleichzeitig schob er einen neuen Lösungsansatz nach: Eventuell könne ein Fahrzeug auch geleast (gemietet) werden. Übrigens habe ein Kreisbeschluss vor Jahren ausgeschlossen, gebrauchte Wagen finanziell zu unterstützen. Darum sei dies bisher auch nicht in Betracht gekommen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Weber wollte schließlich die lang anhaltende Diskussion mit einem Vorschlag zu Güte zumindest während dieser Sitzung beenden: „Ich schlage vor, wir vertagen die Entscheidung darüber in die Haushaltsberatung.“ Ein kleiner Kreis könne sich zudem mit Vertretern der Gemeindeverwaltung neue Vorschläge erarbeiten. So soll es geschehen, entschied der Rat.
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