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Gemeinsam helfen: Netzwerk für Demenzkranke gebildet

Im Gesundheitsministerium ist am Mittwoch (18.08.2010) ein landesweites Netzwerk zur besseren Versorgung von Demenzkranken ins Leben gerufen worden. Es will Angehörigen Hilfestellung leisten und die Prävention verbessern.

Saarbrücken.
Im Saarland hat sich gestern ein landesweites Netzwerk von knapp 40 Organisationen gebildet, das die Lebensqualität von Demenzkranken verbessern und deren Angehörige entlasten will. Dazu zählen nach Angaben von Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) Kliniken, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen, Ärzteverbünde, Forschungsinstitute, Sportverbände und die Saarländische Alzheimer-Gesellschaft.

Weisweilers Ministerium fördert das Projekt über die nächsten drei Jahre mit insgesamt 284.000 Euro. Weisweiler äußerte die Hoffnung, dass das Saarland „mit diesem Projekt Modellregion für ganz Deutschland werden“ könne.

Besser vorbeugen
Der Direktor des Deutschen Instituts für Demenzprävention, Professor Tobias Hartmann, wies auf die große Bedeutung der Prävention hin. Eine Heilung von Demenz sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Man könne aber mit Medikamenten den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Einen vorbeugenden Effekt selbst im hohen Alter hätten sportliche Aktivitäten.

Nach Angaben des Direktors der Klinik für Psychiatrie an der Uniklinik Homburg, Professor Matthias Riemenschneider, gibt es schätzungsweise rund 16.000 Demenzkranke im Saarland. Diese Zahl dürfte sich bis zum Jahr 2030 verdoppeln.  Das Saarland sei überdurchschnittlich betroffen, da hier der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung besonders rasant steige.

Viele Diagnosen falsch

Ziel des Netzwerks sei es, Demenzkranken möglichst lange den Verbleib in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, da ein Wechsel der Umgebung zu „Komplikationen“ führe. Riemenschneider forderte eine Pflichtfortbildung für Ärzte. Nach seinen Angaben ist derzeit die Hälfte der von Hausärzten gestellten Demenz-Diagnosen falsch.

Er forderte zudem einen „Demenz-Wegweiser“ mit Hilfsangeboten sowie mehr Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten. Neben der Hotline für Demenzkranke und Angehörige müsse es künftig eine Telefonberatung für jene geben, die beruflich mit Demenzkranken zu tun haben. nof

Demenzkranke und ihre Angehörigen können sich bei Bedarf an die Telefon-Nummer 01805 336369 der Alzheimer-Gesellschaft Saarland und des Demenz-Vereins Saarlouis wenden.





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