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Generalkonsul: Saarland muss in Paris präsent sein

Saarbrücken/Paris. Es wäre gut, wenn das Saarland wieder ständig mit einer Vertretung in Paris präsent sei. Diese Ansicht vertritt der französische Generalkonsul an der Saar, Philippe Cerf, im Gespräch mit unserer Zeitung. So lasse sich am besten der Kontakt zu politischen Entscheidern und französischen Unternehmen herstellen, die sich im Saarland engagieren sollen.

Mehr Werbekampagnen in Paris

Die saarländische Landesregierung und das Parlament sollten über eine solche Investition trotz angespannter Haushaltslage nachdenken. „Wenn man Unternehmer an die Saar holen will, dann muss man dort um sie werben, wo man sie trifft: vor Ort in Paris“, so Cerf. Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer in Paris könne hier zwar auch hilfreich sein, vertrete aber die Interessen aller deutscher Bundesländer. „Auch mit mehr Werbekampagnen in Paris auf sich aufmerksam zu machen, wäre sicherlich hilfreich“, empfiehlt Cerf.

Schnellere Erreichbarkeit: Mehr Anreize für Unternehmen

Die schnellere Erreichbarkeit des Saarlandes und von Paris durch die Hochgeschwindigkeitszüge TGV und ICE biete mehr Anreize für Unternehmen, sich zu engagieren. Allerdings sieht der französische Generalkonsul die Attraktivität der Verbindung Paris-Saarbrücken-Frankfurt im Vergleich zur Konkurrenzstrecke von Paris über Straßburg in das Rhein-Main-Gebiet gefährdet. Deshalb sei es wichtig, die von Philippe Leroy sowie den Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) und Kurt Beck (SPD) 2009 veröffentlichte Erklärung von Baudrecourt umzusetzen. Diese sieht vor, die Strecke Paris-Saarbrücken-Frankfurt zügig auszubauen, um sie wettbewerbsfähig zu halten. Es sei wichtig, dies auch noch einmal der Bundesregierung in Berlin und der französischen Regierung in Paris zu verdeutlichen.

Zumal die Verkehrs-Infrastruktur in der Großregion Saar-Lor-Lux noch deutlich besser werden könne. Cerf regt an, sich für einen Ringverkehr der Deutschen und der Französischen Bahn im Regionalverkehr einzusetzen. So sollten Schnellzüge die Strecke Saarbrücken-Trier-Luxemburg-Metz-Saarbrücken zu festen Taktzeiten befahren. Das erhöhe die Chancen, die Zahl der Bahn-Nutzer und die Zahl der Arbeitsplätze in der Großregion durch schnelle Erreichbarkeit von Unternehmen zu verbessern. So könne man noch mehr Betriebe und Menschen in die Großregion locken.

Sprach-Anstrengungen  verstärken

Notwendig sei, die Sprach-Anstrengungen in den Schulen auf beiden Seiten der Grenze noch zu verstärken, um jungen Menschen sowohl die Heimatsprache als auch die Sprache des Nachbarn besser zu vermitteln. „Wenn man in der Großregion lebt, sollte das die Realität sein“, so der französische Generalkonsul. Zweisprachigkeit erhöhe die Möglichkeiten, sowohl im Saarland als auch in Frankreich qualifizierte Arbeitsplätze zu finden.

Ein konsequenter Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Universitäten bringe eine weitere Aufwertung der Standortqualität. Hier werde schon Beachtliches geleistet. Die Universität der Großregion erleichtere grenzüberschreitendes Studieren und Forschen. Studenten aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien hätten die Chance, Studienleistungen des Nachbarlandes anerkannt zu bekommen. Mobilität in der Großregion werde so Alltag.

Hintergrund

Ein „Forum Frankreich“ beschäftigt sich am morgigen Dienstag um 16 Uhr auf Einladung des Saar-Wirtschaftsministeriums damit, wie man die wirtschaftlichen Beziehungen zu Frankreich ausbauen kann. Es findet statt im Atrium – Haus der Wirtschaftsförderung, Franz-Josef-Röder-Strasse 17, Saarbrücken. Anwesend sein werden unter anderen auch Kammern, Verbände, Wirtschaftsclubs aus dem Saarland. ts

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