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Geplanter Bau eines Legehennenbetriebs sorgt in Schwarzenholz für Ärger

Hier, im Gebiet Weiherwies, wo derzeit Brotroggen angebaut wird, sollen Hühner für einen Bioland-Betrieb den Nachschub an Eiern sichern. Auslauffläche für 6000 Hühner ist vorhanden.

Hier, im Gebiet Weiherwies, wo derzeit Brotroggen angebaut wird, sollen Hühner für einen Bioland-Betrieb den Nachschub an Eiern sichern. Auslauffläche für 6000 Hühner ist vorhanden.

Es brodelt in Schwarzenholz , seit bekannt wurde, dass auf der Weiherwies im Naherholungsgebiet der Bau einer Hühnerfarm, genauer gesagt eines Legehennenbetriebs, geplant ist. „Es herrscht Unruhe in der Bevölkerung, weil niemand so genau weiß, um was es da geht. Die Leute fürchten um die Existenz des Kleinods rund um die Weiher“, sagt der Schwarzenholzer Ortsvorsteher Benno Kiemes.

Eine der Ersten, die von dem Vorhaben erfahren hat, ist die Schwarzenholzerin Rita Schweitzer. Sie gehört zu den 14 Grundbesitzern, die ihr Ackerland an Landwirt Michael Lehnen verpachtet haben, drei Hektar sind es insgesamt. „Anfang Juni wurden alle Verpächter zu einem Abmarkungstermin geladen, bei dem wir darüber informiert wurden, dass alle Parzellen noch einmal exakt vermessen wurden“, erinnert sich Rita Schweitzer. Auf ihre Nachfrage, warum neu vermessen wurde, sei sie von Pächter Michael Lehnen über das Bauvorhaben informiert worden. „Ein Unding“, wie sie findet. Schließlich könne niemand absehen, welche Folgen es für das Naherholungsgebiet hat, wenn der Kot der Hühner in die Weiher gespült werde.

Auch beim Angelsportverein, der sich seit 60 Jahren um die Weiher kümmert, herrscht Empörung. „Uns hat niemand etwas gesagt, das ist schon enttäuschend. Wir haben davon eher zufällig erfahren“, sagt der Vereinsvorsitzende Hugo Krämer. „Hier ist Wasserschutzzone 3, und der Krebsbach, der Hauptzulauf für die Weiher, grenzt direkt an das Land, auf dem die Hühner gehalten werden sollen.“ Krebse, Kröten, Enten, Vögel, Fische und andere Tier- und etliche Pflanzenarten seien in Gefahr, sollte der Bauantrag von der Unteren Bauaufsicht (UBA) des Kreises bewilligt werden, befürchtet Krämer. „Wir werden alles dafür tun, diesen Bau zu verhindern“, betont er.

Enttäuscht sind auch die beiden Landwirte Martin Zenner und Michael Lehnen, die in Sachen Legehennenbetrieb kooperieren wollen. Lehnen stellt Land und Energie seiner Biogasanlage zur Verfügung, Zenner agiert als Betreiber. Bis heute, beteuern beide, hätte sie niemand persönlich angesprochen. „Wenn es Bedenken gibt, könnten wir die vielleicht aus der Welt schaffen“, sagt Zenner, der in Obersalbach bereits einen Bioland-Betrieb mit 12 000 Hühnern besitzt. In Schwarzenholz sollen es 6000 Hühner werden. „Ich lade jeden ein, meinen Hof zu besuchen und sich selbst ein Urteil zu bilden“, sagt Zenner. Nie seien alle Hühner zur gleichen Zeit draußen, der Großteil des Kots falle in der Nacht an, wenn die Hühner im Stall sind, und erfahrungsgemäß würden sich die Hühner nicht weiter als 80 Meter vom Stall entfernen, erklärt er. In Schwarzenholz liegen rund 180 Meter zwischen Stall und Waldgrenze, wo sich die Weiher befinden.

Das Landesamt für Umweltschutz, das den Fall derzeit bearbeitet, und das der UBA eine Empfehlung über Baugenehmigung oder -ablehnung mitteilen wird, sei von den Voraussetzungen im Gebiet Weiherwies begeistert, sagt Zenner. Michael Lehnen geht sogar davon aus, dass sich die Hühnerhaltung positiv auf die Natur auswirkt. Auf dem Land werde dann Wiese angesät und keine Gülle mehr ausgefahren. „Obwohl dabei 20 bis 30 Kubikmeter Gülle pro Hektar anfallen, hat das bislang niemanden interessiert “, sagt er. Über die Kühe, die dort geweidet und jede Menge Kot hinterlassen haben, hätte sich im Übrigen auch nie jemand aufgeregt.

 

Meinung:
 

Sattelt die Hühner, Leute

Von Marc Prams

Es gibt eine Reihe von Bedenken und Befürchtungen von Seiten der Dorfbewohner, die mit dem Bau einer Hühnerfarm einhergehen. Das ist nur allzu verständlich. Ebenso verständlich ist es, dass die beiden Landwirte dort einen solchen Betrieb errichten möchten. Schließlich ist der Bedarf an Bio-Eiern groß, und auch Landwirte müssen zusehen, dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Unverständlich ist allerdings, dass es zwischen beiden Parteien noch nicht zu einem Gespräch gekommen ist. Das ist ganz oft ein probates Mittel, um auf Bedenken einzugehen. Solange die Fronten nicht verhärtet sind, ist es dazu nicht zu spät. Also sattelt die Hühner, Leute, und setzt euch alle an einen Tisch. Schaden wird es sicherlich nicht.
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