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Geplanter Kiesabbau in Saarauen stößt auf Kritik

Nachrichten aus der Region Merzig.

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Besseringen/Schwemlingen. Nach jahrelanger Pause will der Unternehmer Hermann Wagner aus Hilbringen in den Saarauen wieder Kies abbauen. Entsprechende Anträge hat er bei der Stadtverwaltung abgegeben. Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand – über Parteigrenzen hinweg. Grund: Die Gegner fürchten, dass das Naturschutz- und Naherholungsgebiet gefährdet wird. Und Angst vor dem zu erwartenden Lkw-Verkehr haben sie außerdem. Der soll, so das Vorhaben, über die Feldwirtschaftsbrücke und die Straße „In der Bruchwies“ geleitet werden. „Eine Lärmbelästigung“, wie Besseringens stellvertretender Ortsvorsteher Hermann Schuh sagt. Die Änderung des Flächennutzungsplans hat der Besseringer Ortsrat vorsorglich abgelehnt. Eine Änderung ist die Voraussetzung, um Saar-Kies in den Saarauen abzubauen.

Die schmale Brücke wird nach Einschätzung des stellvertretenden Ortsvorstehers von Besseringen, Hermann Schuh, die Dauerbelastung nicht tragen können. „Neben der Sorge um das Naturschutzgebiet war dies das Hauptargument, nein zu sagen“, sagt der FWGMann. CDU-Orts- und Stadtratsmitglied Jürgen Auweiler zeigt sich „sehr erstaunt“ über das Gutachten, das der Investor in Auftrag gegeben hat: Die Lärmemissionen werden durch den Kiesabbau dank „Hintergrundrauschen“ im Tal durch die Querspange und die Autobahn fast nicht wahrgenommen, hatten die Gutachter festgestellt. Die Besseringer müssen nach Worten von Auweiler bereits mit viel Lärm auskommen und verzichten gerne auf ein weiteres „Hintergrundrauschen“.

Angst um Natur Die Angler fürchteten wegen des Abbaus unter anderem die Absenkung des Grundwasserspiegels. „Wir wollen, dass in dem idyllischen Naturschutzgebiet nichts verändert wird“, fordert auch Schwemlingens Ortsvorsteherin Maria Bänsch-Schnur (CDU). Noch zwei weitere Dinge treiben sie um „Wie gelangen Wanderer und Radler in die Saarwiesen?“ Die Feldwirtschaftsbrücke, über welche die Laster laut Plan rollen sollen, sei dann zu gefährlich. Zudem befürchtet sie, dass die Brücke dem Lkw- Verkehr nicht standhalte und die Brummis mit ihrer Ladung durch Schwemlingen geleitet werden. „Dann leiden die Leute Tag und Nacht unter Verkehrslärm“, sagt Bänsch- Schnur. Die Argumente aus den beiden Merziger Stadtteilen unterstützt der OB-Kandidat der CDU, Manfred Klein. Ob Bürger oder Naturschützer: Niemand möchte nach seinen Worten den Kiesabbau in diesem Gebiet. Auch er verweist auf den Verkehrslärm, dem Bürger über Jahre ausgesetzt seien.

Unternehmer Wagner kann den Widerstand nicht verstehen. „Das Naturschutzgebiet wird in keinster Weise von dem Abbau tangiert.“ Nach sechs Jahren, wenn der Abbau zu Ende sei, werde das rund 15 Hektar große Terrain wieder der Natur überlassen – also mehr Natur als bisher. Rolf Klein vom Merziger Nabu kann dieses Argument nur unterstützen. „Der Abbau auf dem Terrain berührt weder Landschaft, noch die Tiere.“ Aus dem Merziger Rathaus ist zu erfahren, dass das Genehmigungsverfahren laufe.

Bei dem Bereich handele es sich um ein nach EU-Recht ausgewiesenes Vogelschutzgebiet. „Der Unternehmer hat alle bisher erforderlichen Nachweise erbracht, dass keine nachhaltige Störung dieses Bereiches erfolgt.“

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