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Gericht: "Keiner hat ein Recht auf das höchste Haus."

Saarlouis. „Nachbarn haben keinen Anspruch darauf, dass kein Haus höher gebaut wird als das eigene.“ Und solange sich jemand an die Grenzen des Baurechts halte, seien eventuelle Belastungen durch Baumaßnahmen oder die erlaubte Nutzung eines Geländes hinzunehmen. Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht in Saarlouis zwei Klagen eines Ehepaares aus dem Landkreis Saarlouis abgewiesen.

Die Hauseigentümer hatten sich mit der ersten Klage gegen die Baugenehmigung für den Ausbau des Nebenhauses gewandt. Konkret ging es um einen etwa vier Meter tiefen Anbau in Richtung Garten mit einer Dachterrasse. Dazu meinten die Kläger: Dieser Anbau halte zwar den Grenzabstand von über drei Metern ein. Er verletze aber das Gebot der Rücksichtnahme. Die Dachterrasse wirke wie eine Aussichtsplattform. Sie liege höher als ihr Bodenniveau und ermögliche von hinten tiefe Einblicke auf ihr Gelände und in ihr Haus. Betroffen seien unter anderem die eigene Terrasse, der Wintergarten und das Schlafzimmer.

Die Richter folgten dieser Argumentation nicht. Begründung: Der geplante Umbau füge sich nach Art und Nutzung in das Ortsbild ein. Die entsprechenden Abstandsflächen und Bauhöhen würden eingehalten. Zudem biete das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme in bebauten Ortslagen keinen Schutz vor Einsichtnahmemöglichkeiten.



Mit ihrer zweiten Klage wollten die Eheleute erreichen, dass die Bauaufsicht das Halten von Pferden auf einem angrenzenden Grundstück verbietet. Sie argumentierten damit, dass diese Tiere die Nähe von Menschen suchen.  Deshalb würden sie immer an ihrer Grenze weiden, sobald jemand im Garten sei, dort ihre Exkremente nebst schlechten Gerüchen hinterlassen und Insekten anlocken. Das sei unzumutbar. Die Richter sahen dies anders. Sie stellten bei einer Ortsbesichtigung fest, dass die Grundstücke der Betroffenen praktisch an der Grenze zum Außenbereich des auch landwirtschaftlich geprägten Ortes liegen. In diesem Außenbereich seien heute unter anderem Ackerflächen, Obst- und Pferdewiesen. Dies sei grundsätzlich hinzunehmen, wenn man an der Grenze zum Außenbereich wohne. Und es wirke sich auch darauf aus, was auf einem angrenzenden Wohngrundstück hinzunehmen sei. wi
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