A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Gericht tagte im Nünschweiler Wald – Angeklagter: „Ich war's nicht“

Symbolfoto.

Symbolfoto.

„Ich war's nicht“, durchbrach die weinerliche Stimme des Angeklagten Giovanni P. die Stille im Nünschweiler Gemeindewald. In Handschellen war er von zwei Kriminalbeamten aus Kaiserslautern an das Erdloch geführt worden, in der Polizisten am 17. Juni vergangenen Jahres die Leiche seiner gewaltsam getöteten Ehefrau Nicole entdeckt hatten. Seit dem 2. Dezember 2014 muss sich der Angeklagte deshalb vor der Großen Strafkammer am Landgericht Zweibrücken wegen Totschlags verantworten. Die Ortsbesichtigung des Gerichtes hatte neben zahlreichen Vertretern der Presse auch viele Einwohner von Nünschweiler in das Waldstück ungefähr 300 Meter linkerhand der früheren Bundesstraße B 10 von Höheischweiler in Richtung Nünschweiler-Bärenhütte gelockt. Um von vornherein Angriffe auf den Angeklagten zu vermeiden, hielt sich ein Polizeibeamter, bewaffnet mit einer Maschinenpistole, ständig in seiner Nähe auf. Kriminal- und Polizeibeamten hatten zuvor eine Fläche von ungefähr 150 Quadratmetern mit einem rot-weißen Polizeiabsperrband eingezäunt, die nur die Prozessbeteiligten betreten durften. Was dort im einzelnen gesagt wurde, blieb den Pressevertretern und den Schaulustigen verborgen. Nicht jedoch der Aufschrei des Angeklagten.

Kurze Zeit später machte sich das Gericht wieder auf den Weg nach Zweibrücken, um die Hauptverhandlung mit der Anhörung von drei Sachverständigen fortzusetzen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau an Pfingsten 2014 erstickt zu haben. In Verdacht geraten war der Mann, der bisher in der Verhandlung geschwiegen hat, weil er, kurz nachdem seine Ehefrau vermisst worden war, an Kleidercontainern in Nünschweiler und Höheischweiler gesehen wurde. Dort warf er Kleider hinein, die später von der Polizei sichergestellt wurden. Sie konnten seiner Ehefrau zugeordnet werden.

Viele Sachverständige und Zeugen wurden an den bisher 19 Verhandlungstagen gehört. Während die meisten Prozessbesucher die dabei vorgetragenen Indizien und Zeugenaussagen für eine Verurteilung ausreichend halten, ist die Frage der Täterschaft für das Gericht anscheinend noch nicht beantwortet.

In der knapp einstündigen Zeugenanhörung berichteten die drei Wissenschaftler vom kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes über ihre Erkenntnisse. Sie hatten unter anderem Kleider der Getöteten und der beim Angeklagten sichergestellten Schuhe, Hosen und Gartengeräte, darunter Schaufel und Spaten, unter die Lupe und das Mikroskop genommen. Die Experten suchten insbesondere nach Bodenanhaftungen vom Fundort der Leiche. Sie erstellten auch DNA-Analysen von Kopf- und Tierhaaren auf dem Fahrer- und Beifahrersitz des Autos der Getöteten, konnte aber keine „konkreten Ergebnisse“ vorlegen. Die Hauptverhandlung wird am 14. April fortgesetzt.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein