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Gericht verknackt frühere FCS-Ordner

Saarbrücken. „Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage.“ Mit diesem Satz haben gestern vor dem Amtsgericht nacheinander vier frühere Ordner bei Heimspielen des 1. FC Saarbrücken die Verantwortung für die Krawalle im Ludwigspark-Stadion am 6. November 2005 übernommen. Damals, vor dem Zweitliga-Spiel gegen Hansa Rostock, sollen die früheren Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes ohne Grund mehrere Fußballfans massiv angegriffen und verletzt haben. Nach ihrem strafmildernd wirkenden Geständnis drohen den Männer im Alter zwischen 39 und 27 Jahren jetzt Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen. Die Höhe hängt von der Schwere der Tatbeteiligung und etwaiger Vorstrafen ab.

Das Urteil wird am Donnerstag erwartet. Gemäß Absprache der Prozessbeteiligten soll der 39 Jahre alte Hauptangeklagte zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt werden. Von ihm soll die Gewalt ausgegangen sein. Es war die Zeit, als der FCS nach einer Niederlagen-Serie gegen den Abstieg spielte. Die Fans waren unzufrieden. Eine Fan-Gruppe wollte ihren Ärger über die FC-Profis mit einem Transparent deutlich machen, auf dem stand „Gegen das Söldnerpack“. Die Fans entrollten des Transparent. Auf Wunsch des Vereins sollten darauf die Ordner des damals im Stadion aktiven Sicherheitsdienstes „ruhig und besonnen“ gegen dieses Transparent vorgehen. Es wurde auf entsprechende Aufforderung hin eingerollt. Außerdem war die Fan-Gruppe nach einem Gespräch mit dem Verein bereit, das Stadion zu verlassen.

Damit hätte die Sache erledigt sein können. Aber stattdessen, so der Vorwurf gegen den 39-Jährigen, habe der Familienvater angefangen, seine Ordner-Kollegen aufzustacheln. Motto: Man sei mehr Leute als die Fans und könne die doch einfach aus dem Stadion prügeln. Dann habe er ohne Vorwarnung einen Fan angegriffen, am Hals gepackt, die Treppen hinunter gestoßen und zugeschlagen. Anschließend hätten er und zwei weitere Ordner sich einen zweiten Fußballanhänger gegriffen. Dieser Mann ging zu Boden, wurde mit Fäusten und Tritten malträtiert. Noch übler erging es laut Anklage einem dritten Fan. Er hatte sich bis dahin völlig ruhig verhalten und wurde von zwei Ordnern angegriffen. Er wurde geschlagen und getreten sowie gegen ein Metallrohr gedrückt. Außerdem soll einer der Angeklagten, der bereits bei der Attacke auf den zweiten Fan dabei war, das dritte Opfer mit dessen Fan-Schal stranguliert und über den Boden geschleift haben. Dieser zweite Hauptangeklagte soll deshalb nun wegen zwei Taten zu acht Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt werden. Die beiden verbleibenden Angeklagten, die jeweils „nur“ bei einem Angriff auf Fußballfans dabei waren, sollen Geldstrafen in Höhe von 120 bis 90 Tagessätzen zahlen.

Eingestellt worden ist das Verfahren gegen einen fünften Ordner. Der Mann soll 2005 mit einem Totschläger zugeschlagen haben. Er wurde aber zwischenzeitlich in anderer Sache zu einer so hohen Strafe verurteilt, dass der Fußball-Krawall bei ihm nicht mehr ins Gewicht fällt. 
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