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Geringes Bürgerinteresse? Blieskasteler Rathaussturm fällt dieses Jahr aus

Gestrichen: In Blieskastel wird es 2015 keinen Rathausturm  geben.

Gestrichen: In Blieskastel wird es 2015 keinen Rathausturm geben.

Die Fastnacht ist eine sehr ernste Sache. Zumindest für viele aktive Fastnachter. Und so ist es nicht verwunderlich, dass oftmals die Fastnachtszeit auch für Schlagzeilen gut ist. So auch in diesem Jahr: „Einvernehmlich mit dem Präsidenten der Blieskasteler Karnevalsgesellschaft BKG haben wir den Rathaussturm für dieses Jahr abgesagt“, so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Ausschlaggebend für die Absage sei die geringe Resonanz in der Bevölkerung gewesen, argumentiert die Verwaltungschefin. Sie verweist auch darauf, dass die Stadt immer die Kosten für die närrische Erstürmung getragen habe. „Das war aber nicht der wichtigste Grund für die Absage“, fügt die Bürgermeisterin im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu: „Ich habe zudem auch Urlaub gebucht und komme erst wieder am Fetten Donnerstag zurück“, spricht die Bürgermeisterin von einem Versehen bei der Urlaubsbuchung. Dies sei aber letztlich nicht das Problem gewesen, denn dann hätte ja ein anderer Repräsentant die „Verteidigung“ des Rathauses übernehmen können.
Die Rathauschefin stellt klar, dass dies alles bereits seit Langem mit BKG- Präsident Elmar Becker besprochen worden sei, also für diesen nicht überraschend komme. „Wenn ich mir am Fetten Donnerstag die Fernsehbilder angeschaut habe, habe ich feststellen müssen, dass im Gegensatz zu anderen Gemeinden in Blieskastel die Bürgerresonanz gegen null ging“, bekräftigt die Bürgermeisterin.
 

Närrischer Ärger

BKG-Präsident Elmar Becker sieht das ein, aber „das war lediglich im vergangenen Jahr so, bis dahin hatten wir immer viele Gäste“. Und ab hier wird die karnevalistische Gefechtslage etwas unübersichtlich. Während Elmar Becker davon spricht, dass „wegen des Urlaubs der Bürgermeisterin eine Traditionsveranstaltung gekippt ist“, bleibt die Bürgermeisterin bei ihrer Darstellung: „Wir hatten das gemeinsam besprochen, und damals sah auch Elmar Becker ein, dass die Veranstaltung inzwischen zu wenig Resonanz findet“.

Becker indes will sich mit seinem närrischen Präsidium noch einmal beraten, um eventuell eine andere Möglichkeit einer „Erstürmung“ zu klären. Aber damit nicht närrischer Ärger genug: Auch eine weitere Nachricht aus dem Rathaus sorgte für Verdruss bei den Narren und deren Präsident. Die Stadt wollte die Bliesgaufesthalle am Fastnachtssonntag für das Schlorum nach dem Fastnachtsumzug nicht mehr freigeben. „Dieser Abschluss nach dem Umzug ist nicht mehr richtig zu überblicken. Die Fachleute in meinem Haus haben erhebliche Sicherheitsbedenken“, erklärte die Bürgermeisterin zunächst dazu. Elmar Becker, der auch gleichzeitig Wirt der Festhalle ist, hält dagegen: „Wenn die Halle nach dem Umzug nicht geöffnet ist, muss sich der gesamte Ansturm auf die innerstädtische Gastronomie verteilen. Da sehe ich dann aber ebenfalls erhebliche Sicherheitsrisiken .“ Die Rathauschefin, die auch kritisiert, dass der Hallenwirt in der Vergangenheit nicht immer die Sicherheitsauflagen erfüllt habe, hat sich auf dessen Drängen dann doch noch einmal mit ihren Bediensteten beraten.
 

Sicherheitskonzept vorlegen

„Trotz erheblicher Bedenken einiger Bediensteter in meiner Verwaltung werden wir der Hallenöffnung nun zustimmen. Denn wir wollen nicht das Fastnachtsbrauchtum in Blieskastel abwürgen. Aber eines muss klar sein: Elmar Becker muss ein Sicherheitskonzept vorlegen, das ich noch vor meinem Urlaub absegnen werde. Zudem wird dessen Einhaltung strikt kontrolliert“, betont die Bürgermeisterin. Becker, der zusammen mit seinen Mitstreitern schon über einen Ausfall des Umzugs sinniert hatte, ist zufrieden: „Selbstverständlich werde ich mich an die Sicherheitsbestimmungen halten. Ich trage bei dieser Veranstaltung ja auch ein hohes Risiko.“
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