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Gesamtschulen wollen Verstärkung

Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Die Gesamtschulen im Land können in Einzelfällen auf kleinere Klassen hoffen. Gesprächsbereitschaft in dieser Frage hat gestern Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer in Dudweiler signalisiert.

Von Patrick Griesser  und Mirko Reuther (SZ)


Dudweiler. Das Bürgerhaus Dudweiler gehört an diesem frühen Mittwochabend den saarländischen Gesamtschullehrern. Über 100 der 780 Beschäftigten haben sich in dem Rundbau versammelt, um zu sehen, wie Klaus Kessler, Chef ihres Hauptpersonalrates, Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) 630 Unterschriften übergibt. Unterschriften, mit denen die Lehrer sich für verbesserte Arbeits- und Lernbedingungen an den Gesamtschulen einsetzen. Und sie wollen hören, was die Ministerin zu ihren Fragen sagt: Warum beispielsweise die durchschnittliche Klassenstärke an den 16 Gesamtschulen bei 28 bis 29 Schülern liegt und an Erweiterten Realschulen lediglich bei 22?

Wunsch nach Gerechtigkeit

Gerechtigkeit fordern sie von der Ministerin, die in ihren Augen zu früh zum nächsten Termin eilt. Die Lehrer mit ihren Fragen zurücklässt. Die Politikerin erklärt sich zwar mehrfach, dass sie eigens den Anschlusstermin verschoben habe, um überhaupt mit den Pädagogen sprechen zu können. Jedoch stößt es denen offensichtlich sauer auf, dass sie zwar zu ihnen spricht, aber nicht mit ihnen. Für eine Diskussion bleibt keine Zeit.

Gleichwohl bezieht die Ministerin in einigen Punkten Stellung zur Kritik der Lehrer: "Ich nehme die Unterschriften mit als Mahnung", sagt sie und greift unter anderem die Forderung von Klaus Kessler auf, die Klassenstärke zu verringern - im Einzelfall und in Abstimmung mit dem Schulträger soll das geprüft werden, sagt sie.  Auch bei der Neueinstellung von Lehrern soll es zukünftig ein transparentes System geben, das eine Benachteiligung der Schulform Gesamtschule ausschließe. Ebenfalls ein Kritikpunkt Kesslers. Der fordert unterdessen einen Klassenschnitt von 25 Schülern und fürs kommende Schuljahr 60 bis 70 Neueinstellungen, um diesen Schnitt und eine ausreichend große Lehrerfeuerwehr bei Unterrichtsausfällen zu gewährleisten. Eines seiner Argumente: Auch im aktuellen Schuljahr müssten an zwei Gesamtschulen Plätze verlost werden, da die Nachfrage das Angebot übersteige.

Unterstützung erhalten die Lehrer von der saarländischen Linken und der Landeselterninitiative für Bildung. Linken-Politikerin Barbara Spaniol fordert die Einstellung von mehr Lehrern, um die Schüler-Lehrer-Relation deutlich zu verbessern. Bernhard Strube von der Bildungsinitiative kritisiert schulformunabhängig, dass für saarländische Schüler die Situation wegen einer unzureichenden Personalausstattung vor allem in den Klassenstufen fünf bis zehn bundesweit mit am schlechtesten sei.

Auf einen Blick

Ein Hauptpersonalrat ist die oberste Interessenvertretung von Personal im öffentlichen Dienst. Im Hauptpersonalrat der Gesamtschulen stellt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Mehrheit. red
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