Saarland: Im Bereich Nordsaarland: Gefahr durch Schnee- und Eisglätte. (09:50)

Priorität: Dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Gespannte Atmosphäre bei Demonstrationen in Völklingen

Beim Aufeinandertreffen der 47 Teilnehmer der als Abendspaziergang titulierten Montagsdemonstration der rechtsgerichteten Sagesa-Bewegung („Saarländer gegen Salafisten“) und deren Gegnern ist es am Montagabend in Völklingen im Umfeld der Versöhnungskirche und auf dem Rathausplatz bei Beschimpfungen und Provokationen geblieben. Polizei und Ordner behielten die Lage im Griff, indem sie die beiden Lager auseinander hielten.
Mit etwa halbstündiger Verspätung marschierten die 47 Sagesa-Demonstranten die Poststraße hinauf. Auf ihren Transparenten stand zum Beispiel „Islam gehört zum Saarland wie Schwenker zum Veganer“ oder „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Die Gegendemonstranten – mehr als 150 an der Zahl, Gewerkschafter, Kirchenleute, Mitglieder des Sicherheits- und des Ausländerbeirates – empfingen sie mit Trillerpfeifen, Sambatrommeln und einem eigenen Transparent: „ Völklingen ist bunt“.

Sagesa-Marschierer fühlten sich empfindlich getroffen von Nazi-Titulierungen. Einzelne blieben stehen, überlegten, sichtlich genervt, die Diskussion mit den Gegendemonstranten zu suchen. Die Ordner in den eigenen Reihen forderten aber sofort dazu auf, den Demonstrationsweg fortzusetzen. Das setzte sich fort an der Einmündung der Kreppstraße in die Moltkestraße, wo die Lager erneut – nur von Laufgittern und der Polizei getrennt – aufeinandertrafen. Im Vorübergehen gab es allerdings Reibereien. „Der Mann hat mich Nazi genannt, zeigt den jemand an?“, klagte einer der Demonstranten . Auch er wurde aufgefordert, weiterzugehen.

Auf dem Rathausplatz angekommen, protestierte Sagesa zunächst mit einem Lied: „Zigeunerschnitzel von Kategorie C“, sagte Organisator Sascha Wagner, ein NPD-Mann. Die Beschallungsanlage streikte dabei kurz. Es folgten einige Redner, die unter anderem die ihrer Meinung nach zu lasche Bestrafung von Kinderschändern monierten und evangelische Geistliche angriffen – darunter die Völklinger Pfarrerin Rita Wild, die zur Gegendemonstration aufgerufen hatte.

 Die Gegendemonstranten waren inzwischen auch auf dem Platz angekommen. Die Polizei trennte auch hier die Fronten strikt. Die Gegendemonstranten bemühten sich lautstark, die Sagesa-Redner zu übertönen. Gleichzeitig fühlte sich eine Gruppe junger Sagesa-Demonstranten von einem Handy-Filmer belästigt. Unter lauten Beschimpfungen ging man auf den Betreffenden zu, stand sich Stirn an Stirn gegenüber. Eine Polizeigruppe schritt ein und trennte die Streithähne.

Derweil ergriff der saarländische NDP-Vorsitzende Peter Marx, der den ganzen Zug-Weg über an der Spitze marschierte, das Mikrofon. Marx äußerte die Befürchtung, „im eigenen Land zur Minderheit zu werden“. Und erinnnerte an eine alte Parole: „Es muss wie schon 35 und 55 wieder heißen: Die Saar ist deutsch.“ Im anderen Lager quittierte man diese Aussagen mit Pfiffen und Protesten. Pfarrerin Rita Wild hatte übrigens ihre Versammlung an der Versöhnungskirche unmittelbar nach der Passage der Sagesa aufgelöst.
 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein